Kultur : Sotto voce

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Jörg Königsdorf über

die uckermärkische Einsamkeit

Nein, diesmal nichts über young.euro.classic. Erstens hat das Jugendorchester-Festival gerade in seiner Zwischenbilanz eine 86-prozentige Auslastungsquote vermeldet, zweitens ist der Spaß am Sonntagabend sowieso vorbei. Ebenso wenig soll hier die Rede von „Angela“ sein, der Sommeroper aus dem Hause Peter Lund (siehe Stadtleben, Seite 9), mit der die Neuköllner Oper der gutmenschelnden Tabori/Mozart-„Entführung“ glatt den Rang abläuft.

Nein, wir selbst sind eigentlich ganz zufrieden, dass die Sommer-Festivalitis uns wenigstens noch ein bisschen Saure-Gurken-Zeit übrig gelassen hat, und machen allerhöchstens einen Ausflug in die Uckermark. Ja genau, in den am dünnsten besiedelten Landstrich Europas (heißt es, und wenn man durchfährt, glaubt man es auch sofort). Also Natur satt und dazu von Samstag an die Uckermärkischen Musikwochen, die im Vergleich zu den wesentlich populäreren Brandenburgischen Sommerkonzerten immer noch ein Geheimtipp sind.

Programmatisch für die Verbindung von Alter Musik und historischen Spielorten ist gleich das Eröffnungskonzert in der Franziskaner-Klosterkirche Angermünde, wo Telemanns äußerst prunkvolle wie unterhaltsame Hamburger „Kapitänsmusiken“ von 1724 und 1730 steigen. Erstaunlich preiswert (fast durchweg 9 Euro pro Karte) sind die über vier Wochenenden verteilten, teils sehr prominent besetzten Konzerte übrigens auch, und Infos gibt es unter www.kulturfeste.de/feste/ucker.html .

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