Kultur : Sotto Voce

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Jörg Königsdorf ist neugierig

auf einen vergessenen Konzertsaal

Der Ort hat die Aura des Legendären: Den Weg in den Großen Saal der Zehlendorfer Paulus-Gemeinde fanden zu Westberliner Zeiten Weltstars wie Elisabeth Schwarzkopf, Dietrich Fischer-Dieskau und andere mehr. Allerdings nicht für Live-Konzerte: Auf Grund der guten Akustik galt der Saal als hervorragender Aufnahmeort und wurde vor allem von der EMI (beispielsweise für Hugo Wolfs „Italienisches Liederbuch“ mit den beiden erwähnten Sängerstars) ausgiebig genutzt. In der Zwischenzeit geriet das Gebäude ein wenig in Vergessenheit, doch nach einer Grundsanierung will man jetzt an die große Vergangenheit anknüpfen. Der Gemeindesaal soll zum Konzertsaal werden, und das notwendigste Reuquisit, einen Konzertflügel, hat man schon angeschafft. Nämlich den Blüthner-Flügel, den einst Svjatoslav Richter vor einem guten Viertelhjahrhundert für die Akademie Burg Michaelstein aussuchte. Fehlen jetzt nur noch die Künstler und das Geld, den Flügel vollständig abzuzahlen. Gelegenheit, sich von den Saal- und Klavierqualitäten zu überzeugen und durch eine Spende etwas für den guten Zweck zu tun, gibt es am Donnerstag: Der junge deutsch-rumänische Pianist Michael Abramovich hat außerdem mit der Solobearbeitung von Mozarts d-moll-Klavierkonzert durch den romantischen Exzentriker Charles-Valentin Alkan neben Chopins Etüden op. 25 eine echte Rarität im Programm.

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