Kultur : Sotto voce

NAME

VOR >>

Jörg Königsdorf wünscht sich mehr Konkurrenz für die Berliner Orchester

Zum Status der Orchesterwelthauptstadt, den Berlin eigentlich beanspruchen kann, fehlte der Stadt bislang nur noch eins: Konkurrenz von außerhalb. Was einerseits am Publikum liegt, das sich mit einigem Recht fragt, weshalb es für Gastspiele fremder Orchester erheblich mehr Geld hinblättern soll als für die Philharmoniker, andererseits aber auch schlichtweg daran, dass die acht hiesigen Orchester mit ihren Abozyklen schon den Großteil des Klassik-Publikums binden. Doch zum Glück ist jetzt Bewegung in den Dauerzustand glanzvoller Stagnation gekommen: Die Wiener Philharmoniker sollen regelmäßig hier gastieren, das Konzerthaus hat sich für November das London Symphony Orchestra mit dem (hierzulande immer noch zu wenig bekannten) Stardirigenten Michael Tilson Thomas geholt, und die Pläne des Deutschlandradios sind sogar noch ehrgeiziger: Von der nächsten Saison an sollen sich in jeweils auf zwei Jahre angelegten Zyklen alle Rundfunk-Sinfonieorchester der Republik in Berlin präsentieren - eine prima Idee und zugleich ein kulturpolitisches Föderalismus-Statement. Was die Berliner erwarten können, zeigt heute das Gastspiel des Radio-Sinfonie-Orchesters Frankfurt mit seinem Chef Hugh Wolff in der Philharmonie (diesmal noch von der Konzertdirektion Adler veranstaltet). Auf dem Programm: Rihm, Bruch und Brahms’ Erste.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben