Kultur : Sotto voce

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Jörg Königsdorf freut sich

auf einen besonderen Wettbewerbssieger

Auch wenn es in Berlin selbst kaum zur Kenntnis genommen wird: Was hier an pianistischem Nachwuchs heranwächst, kann sich auch international sehen lassen. Beleg dafür sind vor allem die Preise, die die UdK und Hanns-Eisler-Schüler bei internationalen Wettberwerben einsacken. Jüngster Laureat ist der UdK-Eleve Cédric Pescia, der im Sommer beim Gina-Bachauer-Wettbewerb, immerhin dem zweitwichtigsten der USA, triumphierte und sich gegen mehr als fünfhundert Konkurrenten durchsetzte. Das eigentlich Aufsehen Erregende dabei ist, dass Pescia seinen Sieg nicht mit den üblichen spätromantischen Virtuosenkonzerten, sondern mit Mozarts vergleichsweise zierlichem „Jeunehomme“-Konzert und mit Bachs „Goldberg-Variationen“ errang. Werke, um die bei Wettbewerben normalerweise ein großer Bogen gemacht wird. Denn während bei Tschaikowsky und Rachmaninow schon die schiere Pranke beeindruckt, liegt bei Mozart und Bach jeder Fehler, jede gestalterische Blindstelle, offen zu Tage. Woraus man folgern kann, dass Pescia diese Werke in der Tat blendend spielen muss. Bei seiner Matinee am Sonntag im Musikinstrumenten-Museum lässt sich das im Fall der „Goldberg-Variationen“ nachprüfen. Und den Mozart liefert er hoffentlich bald nach.

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