SOUL, COUNTRY, BLUESNorah Jones : Komm, lass’ uns durchbrennen

Jörg W,er

Manche Erfolgsgeschichten sind fast unglaubwürdig in ihrer Geradlinigkeit. Norah Jones hat in nur fünf Jahren 40 Millionen Platten verkauft, umjubelte Welttourneen abgehalten und kürzlich auch noch ein bemerkenswertes Schauspieldebüt in Wong Kar- Wais „My Blueberry Nights“ hingelegt: eine Hauptrolle im Cannes-Eröffnungsfilm. Das alles ohne die Spur eines Skandals, ohne Drogenexzesse, Magersucht oder Beziehungsschlammschlachten.

Ehe Norah Jones mit 22 Jahren für das legendäre Plattenlabel Blue Note ihr Debütalbum aufnehmen durfte, war sie eine zweifellos talentierte, aber nicht überaus auffällige Sängerin und Pianistin mit schillernder Herkunft – sie ist die Tochter des indischen Sitar- Großmeisters Ravi Shankar –, die sich in den Jazzclubs ihrer Heimatstadt New York einen Namen gemacht hatte. Als „Come away with me“ im Frühjahr 2002 erschien, hielt sich die Aufregung erst mal in Grenzen. Die Qualitäten der Platte wurden zwar anerkannt. Aber es dauerte etliche Monate, ehe sich die geschmackvolle Melange aus fein abgestimmten Soul-, Folk,- Country,- und Pop- Ingredienzen zum Megaseller entwickelte. Norah Jones’ Status als Everybody’s Darling beschränkte sich keineswegs auf ein hingerissenes Fanpublikum: Kollaborationen mit Ray Charles, Ryan Adams, den Foo Fighters oder OutKast belegten ihre Beliebtheit im Kollegenkreis. Mit „Feels like Home“ konnte sie zwei Jahre später den Erfolg fast ungebrochen wiederholen, das dritte, erstmals nur mit eigenen Songs bestückte Album „Not too late“ brachte dieses Jahr eine kleine Karrieredelle: nur noch drei Millionen verkaufte CDs. Jörg Wunder

Zitadelle Spandau, Mi 8.8., 19.30 Uhr, ab 56 €

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