Soundcheck : CD-Neuerscheinungen der Woche

Soundcheck: Jede Woche stellen vier Popkritiker ihre CDs der Woche vor. Diesmal mit neuen Platten von José González, The Charlatans, Romare und Locas in Love.

Einzigartige Stimme: José González bei einem Auftritt in Madrid.
Einzigartige Stimme: José González bei einem Auftritt in Madrid.Foto: dpa

José González: Vestiges & Claws (Peacefrog)

Endlich. Fast acht Jahre hat es gedauert, bis der Schwede mit argentinischen Wurzeln ein neues Solo-Album veröffentlicht hat, das er als Abschluss einer Trilogie verstanden wissen will. Tatsächlich sind die Qualitäten der Vorgänger zu hören: die analog angezerrte und verschachtelt gespielte Gitarre. Die einzigartige Stimme. Die stets leicht melancholische Atmosphäre. Was fehlt, sind auf Dauer packende Songs. Andreas Müller, Moderator

The Charlatans: Modern Nature (BMG)

Die Charlatans aus Birmingham waren nie eine Band, die Maßstäbe setzte. Doch sie waren immer eine Band, die Lebensgefühle ausdrücken konnte. Von „mad“ wie Madchester über „Brit" wie Britpop ist die Gruppe um den charismatischen Sänger Tim Burgess nach fünfundzwanzig Jahren im Bereich „modern“ angelangt. Zum Glück sitzt ihr Pop-Herz noch immer am rechten Fleck.

Fanny Tanck, Radio Eins

Romare: Projections (Ninja Tune)

Wenn weiße Jungs ihre Leidenschaft für alles Afroamerikanische ausleben, dann geht es schon mal daneben. Nicht bei Archie Fiarhurst alias Romare. Mit riesengroßem Verständnis baut der Brite um ein paar obskure Samples herum verdammt gute Musik. House, Disco, manchmal sogar Funk sind seine Bezugsgrößen, seine soundlastige Geschichtsstunde zitiert Aretha Franklin und Nina Simone, ohne allzu nostalgisch zu wirken. Martin Böttcher, Musikjournalist

Locas in Love: Use Your Illusion 3&4 (Warner)

Der Trend im deutschen Indierock geht zum Konzept. Fünf teilweise gefeierte Alben hat die Kölner Edelschrammelband bei kleinen Labels veröffentlicht. Jetzt hat sie es zu einem Industrielabel geschafft und bringt ein Doppelalbum heraus: eine Platte mit halb poetischem Gesang, eine mit Instrumentals, die nach Haltestellen benannt sind. Das osziliert zwischen Blumfeld und Notwist, ist aber kaum einmal zwingend. Christian Schröder, Tagesspiegel

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