Soundcheck : CD-Neuerscheinungen der Woche

Jede Woche stellen vier Popkritiker ihre CDs der Woche vor. Diesmal mit neuen Platten von Dalindèo, Lonelady, Laura Marling und der wunderbaren Courtney Barnett.

Lonelady. Foto: promo
Lonelady.Foto: promo

Dalindèo: Kallio (BBE)

Auf ihrem dritten Album vollbringt die Band um Gitarrist Valtteri Laurel Pöyhönen Großes: den angesagten Kallio-Bezirk von Helsinki porträtiert sie mit einer Melange aus Surf-Punk, Hot-Jazz, Tango, Klezmer und anderen Klängen, die dort zu hören sind, in einer Musik, die mehr ist als die Summe ihrer Teile. Packend, witzig und irrsinnig virtuos gespielt clashen die Klischees so lustvoll aufeinander, dass der geneigte Hörer am Ende immer mehr davon will. Andreas Müller, Moderator

Lonelady: Hinterland (Warp)

Sehr funky, was die „einsame Dame“ Julie Campbell hier abliefert. Aber bevor jetzt die James-Brown-Fans losstürmen, um ihre Musik zu kaufen: Dieser Funk ist betongrau, auf den abgehackten, nervösen Sounds liegt der trockene Staub Manchesters, von Lebensfreude ist nicht viel zu merken. Gut ist es natürlich trotzdem – oder gerade deswegen. Martin Böttcher, Musikkritiker

Laura Marling: Short Movie (Virgin/Caroline)

Drei Mercury-Prize-Nominierungen, ein gewonnener Brit-Award sowie zwei weitere Nominierungen – wofür andere Jahrzehnte brauchen, reichten Marling vier Alben in fünf Jahren. Der drohenden Selbstübersättigung begegnete die Folk-Pop-Sängerin aus Hampshire, einst Mitgründerin von Noah and the Whale, mit einer Auszeit. Mit „Short Movie“ dürfte sie demnächst wohl wieder die Worte „And the winner is ...“ hören. Thomas Misersky, Warner Music

Courtney Barnett: Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit (Marathon Artists)

Allein für den Titel ihres Debüts verdient die 28-jährige Australierin Courtney Barnett einen Doppel-Hit, wenn es den gäbe. Die Geschichten, die Barnett in ihren Songs erzählt, sind mitunter großartig, auch die Kompositionen sind okay. Manche Songs klingen jedoch etwas öd-rockig, da haut die Musik dann nicht so um. Gerrit Bartels, Tagesspiegel

Neue Alben, Konzerte, Club-Adressen: www.tagesspiegel.de/pop

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