Soundcheck : CD-Neuerscheinungen der Woche

Jede Woche stellen vier Popkritiker im Tagesspiegel-Soundcheck ihre CDs der Woche vor. Diesmal mit neuen Platten von Marker Starling, Alabama Shakes, Portico und Benjamin Clementine.

CD-Cover zu Benjamin Clementines Album "At least for now".
CD-Cover zu Benjamin Clementines Album "At least for now".Foto: promo

Marker Starling: Rosy Maze (Tin Angel)

Seine Stimme veredelte das fabelhafte Album „Street Life“ der Band Von Spar. Der Kanadier Chris A. Cummings, der sich hinter diversen Pseudonymen versteckt, hat seinen Lo-Fi-Sound von einst aufpoliert und wildert im Erwachsenen-Pop der siebziger Jahre. Entstanden ist eine Platte, die Steely-Dan-Fans und Too-Slow-To-Disco-Freunde gemeinsam auf dem Sofa vor der High-End-Anlage versammelt. Andreas Müller, Moderator

Alabama Shakes: Sound and Color (Rough Trade / Beggars)

Auf dem zweiten Album des energetischen Blues-Rock-Quartetts aus Athens ist der Titel Programm: Nicht mehr jeder Song ist ein Highlight, was zählt, ist die Gesamtatmosphäre. Dabei erscheint Sängerin Brittany Howard noch immer als der leuchtende Abendstern, der von einer untergehenden Südstaatensonne beschienen wird. Fanny Tanck, Radio eins

Portico: Living Fields (Ninja Tunes)

Sie waren ein Jazz-Quartett, das mit seriellen Konzepten experimentierte. Aber nach zwei Alben war Elektronik interessanter. Weil noch abstrakter, leerer, geheimnisvoller. Zum Trio geworden, bastelt die Londoner Band jetzt an einem minimalistischen Zeitlupenpop. Mit Klängen, die wie an dünnen Fäden in der Luft hängen, und einer unerklärlichen Traurigkeit. Absolut magisch. Kai Müller, Tagesspiegel

Benjamin Clementine: At least for now (Caroline/Universal)

Eine Kreuzung aus Nina Simone, Antony Hegarty und Tom Waits. Klaviermusik eines schwarzen Sängers, der alle Klischees zerbricht. Nie gehört. Den Frust der harten Kindheit in einem lieblosen Elternhaus hämmert Clementine ins Klavier. Mal wütend, mal traurig, immer schön. Seine Stimme haucht, heult, zetert und zittert. Die schönste Entdeckung des Jahres bisher. Oliver Schwesig, Deutschlandradio

Neue Alben, Konzerte, Club-Adressen: www.tagesspiegel.de/pop

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