Soundcheck : CD-Neuerscheinungen der Woche

Jede Woche stellen vier Popkritikerinnen und -kritiker im Soundcheck ihre CDs der Woche vor. Diesmal mit Jaakko Eino Kalevi, Hudson Mohawke, Marsimoto und Pins.

Der finnische Musiker Jaakko Eino Kalevi.
Der finnische Musiker Jaakko Eino Kalevi.Foto: Harley Weir

Jaakko Eino Kalevi (Domino)

Einst steuerte Jaakko Eino Kalevi Straßenbahnen durch Helsinki. Es müssen geschmeidige Fahrten gewesen sein, bei denen er seine leicht weggetretene Lo-Fi-Elektro- Soul-Musik erträumt hat. Verpeilt, verspult, vertrödelt. So klingt die Musik des Mannes, den es wie so viele andere nach Berlin gezogen hat. Wenn die Platte gegen Ende nicht ein wenig zu sehr abdriften würde, wäre es das perfekte Sommeralbum für lange Reisen in U- und S-Bahnen. Oder eben der Tram. Andreas Müller, Moderator

Hudson Mohawke: Lantern (Warp)

Der schottische Produzent hat nicht mehr tausende, sondern nur noch hunderte Sounds im Kopf, bringt sie gekonnt in seinem zweiten Album unter und lässt dabei die Rhythmen auskreisen. Eine schöne Achterbahnfahrt! Bässe, die Wände erzittern lassen, gefährliche Synthieklänge, Gastmusiker, die vom Liebeslied über Hip-Hop-Gemeinheiten bis hin zur R’n’B-Hymne alles können. Verspielt, aber sicher nichts für den Kinderspielplatz. Martin Böttcher, Musikjournalist

Marsimoto: Ring der Nebelungen (Four Music)

Marsimoto, das ist Marterias hochgepitchter kleiner Bruder, der bekifft in Lavalampen starrt und grüne Galaxien erblickt. Die Chipmunks treffen MF Doom, inspiriert und abgenickt vom US-Vorbild Quasimoto. Kein augenzwinkernder Befindlichkeits-Hip-Hop wie bei Marten Lacinys Hauptprojekt, sondern Avant-Rap mit Blick auf versierte Hörer. Fabian Wolff, Musikjournalist

Pins: Wild Nights (Bella Union)

Wilde Nächte versprechen die vier Musikerinnen aus Manchester im Titel ihres zweiten Albums. Aber richtig über die Stränge schlagen sie nicht in ihren meist in mittlerem Tempo dahinzuckelnden Songs, deren Inspirationsquellen von 60s-Girlgrouppop bis 90s-Indierock reichen. Spannungsreicheres Songwriting und ein weniger eintöniger Gesangsvortrag hätten der Platte gutgetan. Nadine Lange, Tagesspiegel

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