Soundcheck : CD-Neuerscheinungen der Woche

Jede Woche stellen vier Popkritikerinnen und -kritiker im Soundcheck ihre CDs der Woche vor. Diesmal mit Akua Naru, Neil Young, Everything Everything und Lindemann.

Akua Naru
"The Miner's Canary" heißt das neue Album von Akua Naru.Foto: dpa

Akua Naru: The Miner’s Canary (Urban Era)

Irgendwann nervten sie, die stets mahnend auftretenden Spoken-Word-Poetinnen und -Poeten. Der Gegenentwurf zum Gangstarap drohte an Moralvergiftung einzugehen. Die Zeiten haben sich gewandelt und eine Stimme wie Akua Naru wirkt plötzlich wieder sehr relevant. Auf bislang nicht gehörtem Niveau bewegt sich auch die Produktion des Albums, das mit tollen Gästen wie Gorgia Ann Muldrow und Cody Chesnutt prunkt.
Andreas Müller, Moderator

Neil Young & The Promise Of The Real: The Monsanto Years (Reprise/Warner)

Nachdem er zuletzt leisere Töne angeschlagen hatte, lässt Neil Young, der im November 70 wird, es mal wieder krachen. Mit neuer Backing Band, zu der die Söhne von Willie Nelson gehören, rockt er in heiligem Hippiezorn gegen (Gen-) Konzerne und für „The Workin’ Man“, den kleinen Mann. Musik und Message sind nicht sonderlich subtil, aber was rausmuss, muss raus.
Helmut Heimann, Radio Eins

Everything Everything: Get to Heaven (RCA)

Der Rhythmus unserer Zeit findet in Tagesphänomenen statt, zwischen Dad Bod und No-Spy, ISIS und Ice Bucket. Ein Sauhaufen, diese Welt, sagen Everything Everything. Und schütteln ihre Fäuste auf ihrem dritten Album „Get to heaven“. Mit einen mal tropischen, mal bebend-stotternden Art-Pop wird die Wut untermalt. Lebendig und bunt. So kann Pop heute klingen.
Oliver Schwesig, Musikjournalist

Lindemann: Skills in Pills (Warner)

Das Beste, was sich über die Musik des neuen Projektes des Rammstein-Sängers sagen lässt: Sie ist laut. Till Lindemann hat sich mit dem schwedischen Gitarristen Peter Tägtgren zusammengetan und eine Kirmes-Metal-Platte aufgenommen, die nahtlos an den Dampfwalzenrock von Rammstein anknüpft. Raunend singt er über Sex, Drogen, Kannibalismus. Diesmal auf Englisch.
Christian Schröder, Tagesspiegel

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