Soundcheck : CD-Neuerscheinungen der Woche

Jede Woche stellen vier Popkritikerinnen und -kritiker im Soundcheck ihre CDs der Woche vor. Diesmal mit The Weeknd, PiL, Schnipo Schranke und The Arcs.

Abel Tesfaye alias The Weeknd
Abel Tesfaye alias The WeekndFoto: Universal

The Weeknd: Beauty Behind The Madness (Universal)

Abel Tesfaye alias The Weeknd ist der Superstar der Stunde: Er beherrscht die Charts, Kane West arbeitet für ihn, Lana Del Rey teilt mit ihm düstere Gedanken. Der 25-jährige Kanadier ist immer dann richtig gut, wenn er klingt wie auf seinen legendären Billig-Mix-Tapes, mit denen er 2011 debütierte. Wenn es auf diesem Album glänzt, wird es austauschbar. Im Klang der kalten Dunkelheit ist The Weeknd besser als die anderen. Andreas Müller, Moderator

PiL: What the World needs now… (PiL Official)

“What the World needs now is Love“, hieß 1965 ein gefühliger Pop-Hit. 50 Jahre später borgt der ehemalige Sex Pistols-Sänger John Lydon sich einen Teil des Titels für das neueste Album seiner wieder aktuellen Band Public Image Ltd., kurz: PiL aus – nicht ohne ein von Herzen kommendes „Fuck Off!“ hinzuzufügen. Auf dieser mehr als brauchbaren Platte zeigt der unermüdliche Störenfried Lydon in elf überwiegend kantig-knurrigen Post-Punk-Songs die verschiedenen Facetten seines Mensch-Seins: Wut, Unzufriedenheit, Verwirrung – aber auch Mut, Spaß und irgendwie sogar… Liebe. Torsten Hempelt, Radio eins

Schnipo Schranke: Satt (Buback)

Die Hamburgerinnen Daniela Reis und Friederike Ernst sind mit ihrem Duo der aktuelle Indie-Deutsch-Pop-Hype. Ihre an die frühe Hamburger Schule und die Lassie Singers erinnernden Lo-Fi-Schlagzeug-Piano- Songs sind zwar nicht sonderlich aufregend, dafür haben die Texte über Herzschmerz und Körperflüssigkeiten hohen Unterhaltungswert. Nadine Lange, Tagesspiegel

The Arcs: Yours, Dreamily (Nonsuch)

Seit Dan Auerbach den Soul für sich entdeckt hat, ist er beruflich auf der Erfolgsspur. Die Trümmer seines Privatlebens verarbeitet er mit den bewährten Kräften aus dem Black-Keys-Umfeld, nur Drummer Patrick Carney fehlt. Stilistisch wühlt sich Auerbach durch seinen bekannten musikalischen Kosmos aus dem amerikanischen Süden, mit einer Leichtigkeit und Spielfreude, die das Gold an der Decke glänzen lässt. Martin Rabitz, Trinity Concerts