Soundcheck : CD-Neuerscheinungen der Woche

Jede Woche stellen vier Popkritikerinnen und -kritiker im Soundcheck ihre CDs der Woche vor. Diesmal mit Richard Hawley, The Libertines, Duran Duran und Petite Noir.

Der britische Musiker Richard Hawley.
Der britische Musiker Richard Hawley.Foto: Promo

Richard Hawley: Hollow Meadows (Parlophone)

Richard Hawley ist zurück und wieder ganz bei sich selbst. Der brillante Ausflug in psychedelische Lärmwelten auf dem sehr erfolgreichen Vorgängeralbum ist Vergangenheit und Sheffields Barde Nummer 1, genesen von langer Krankheit, schwelgt in Liebesromantik und melancholischen Betrachtungen über das Vergehen des Lebens. So schön und traurig kriegt das derzeit wohl sonst niemand hin. Der Herbst kann kommen. Andreas Müller, Moderator

The Libertines: Anthems For Doomed Youth (EMI)

Es ging also nicht nur ums Geld. Pete Doherty und Carl Barât lieben sich wirklich. Die Reunion hielt nicht nur für ein paar Konzerte, nach elf Jahren gibt es ein neues Album. Genial, wie sich beide ergänzen und zehn Jahre lang ihren Sound konserviert haben. Sie sind immer noch nicht zuverlässig, nicht clean und nicht ambitioniert. Oh Gott, haben sie gefehlt! Claudia Gerth, Radio Eins

Duran Duran: Paper Gods (Warner)

Das 14. Studioalbum der englischen New-Wave-Veteranen um Sänger Simon Le Bon ist gewiss nicht das schlechteste ihrer Karriere. Es ist zwar zum Teil etwas bemüht auf EDM- und Electro-Kommerz getrimmt – aber selbst dann noch von Glanz und Eleganz ihrer besten Zeiten umfunkelt. Christian Seidl, Bild am Sonntag

Petite Noir: La Vie Est Belle (Domino)

Yannick Ilunga, Sohn eines Kongolesen und einer Angolanerin, wurde in Belgien geboren und wuchs in Kapstadt auf. Musikalisch führte sein Weg vom Kirchenchor über Metalcore und Hip-Hop zu dem, was er „noir-wave“ nennt. Dunkle Synthiefanfaren wie von Joy Division, polyrhythmische Beats, dazu Ilungas barmender, dramatischer Gesang. Nur der Sound ist etwas clean geraten. Christian Schröder, Tagesspiegel

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