Soundcheck : CD-Neuerscheinungen

Jede Woche stellen vier Popkritiker ihre CDs der Woche vor. Diesmal mit neuen Platten von Jonathan Jeremiah, Sufjan Stevens, Erfolg und The Sonics. Und ab 21 Uhr in der Sendung Soundcheck auf Radio eins.

Der Londoner Singer-Songwriter Jonathan Jeremiah.
Der Londoner Singer-Songwriter Jonathan Jeremiah.Foto: Universal

Jonathan Jeremiah: Oh Desire (BMG)

Vor einigen Jahren wurde Jonathan Jeremiah hoch gehandelt, als neues Singer-Songwriter-Talent. Es folgte ein enttäuschendes zweites Werk. Nach vier Jahren nun „Oh Desire“ – das beste Album des Londoners, der hier harte Schicksalsschläge verarbeitet und dabei traumwandlerisch zwischen Folk, Country, Jazz und Soul schwebt. Analog aufgenommen verströmt die Platte eine Wärme, die wie ein radikales Statement gegen Digital-Lärm wirkt. Andreas Müller, Moderator

Sufjan Stevens: Carrie & Lowell (Asthmatic Kitty)

Ist Sufjan Stevens nun durchgeknallt oder einer der besten Songwriter unserer Zeit? Sein neues Album lässt es offen: Stevens erzählt von seiner verstorbenen Mutter, zu der er kaum Kontakt hatte, aber trotzdem eine Verbindung. Es ist eine autotherapeutische Platte über den Verlust der Kindheit, das Verlorensein in der Welt, die Suche nach Geborgenheit. Klingt dazu noch berückend. Rabea Weihser, Zeit online

Erfolg: Erfolg (Staatsakt)

Wer seine Songs „Mausmann“, „Brillenmann“, „Guter Mann" und „Fachmann“ nennt, hat einen an der Klatsche – oder aber eine weitere Staatsakt-Perle abgeliefert. Für den Wahlberliner Johannes von Weizsäcker gilt Letzteres. Ein durchdachtes Popalbum über Aufbackbrötchen, Fusionsküche und andere First-World-Problems. Inklusive der Aussteigerhymne des Jahres: „Das positive Sektchentrinken, ich halt es nicht mehr aus“. Sebastian Leber, Tagesspiegel

The Sonics: This Is The Sonics (Revox)

Die lauteste und wildeste Band des amerikanischen Nordwestens bringt nach fast fünf Jahrzehnten ein neues Album heraus. Wer jetzt ein müdes Alterswerk oder einen schalen Aufguss der Vergangenheit für die Gegenwart erwartet, wird enttäuscht. Die zwölf Songs sind ein druckvoller Parforceritt von R ’n’ B bis Punk, stilecht aufgenommen in knackigem Mono. Martin Rabitz, Trinity Concerts

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