Soundcheck : CD-Neuerscheinungen

Jede Woche stellen vier Popkritikerinnen- und kritiker im Soundcheck ihre CDs der Woche vor. Diesmal mit neuen Platten von Timo Lassy, Soak, Matthew Herbert und Jamie XX. Ab 21 Uhr auf Radio eins

Der finnische Saxofonist Timo Lassy.
Der finnische Saxofonist Timo Lassy.Foto: Membran

Timo Lassy: Love Bullet (Membran)

Wir müssen über Jazz reden. In Berlin und anderen Metropolen erlebt die tot gehaltene Musik ein unglaubliches Revival. Mitverantwortlich dafür ist der finnische Saxofonist Timo Lassy. Sein groovender Jazz steckt voller Seele, ist geschult an Klassikern wie Hank Mobley und drängt auf die Tanzfläche. Der Mann bleibt cool. Und kocht auf heißer Flamme unwiderstehliche Songs. Andreas Müller, Moderator

Soak: Before We Forgot How To Dream (Beggars)

Soak, das ist Bridie Monds-Watso, eine 18-jährige Irin aus Derry. Sie wird bereits als neue britische Songwriter-Hoffnung gefeiert. Dabei sind ihre Stücke eher lyrisch angehauchte Stimmungscollagen. Im Stile altbekannter Do-it-yourself-Techniken schweben sie kryptisch im luftleeren Raum, zum Teil etwas richtungslos.

Fanny Tanck, Radio Eins

Matthew Herbert: The Shakes (Mondosonoro)

Als Matthew Herbert Ende der Neunziger erste House-Maxis veröffentlichte, galt er als einer der talentiertesten Dance-Produzenten. Erfindungsreich, originell, minimalistisch. Dann folgten kapitalismuskritische Konzeptalben, die theoretisch interessant und praktisch langweilig waren. Und nun wieder ein Dance-Album. Er kann es noch.

Tobias Rapp, Der Spiegel

Jamie XX: In Colour (Young Turks/Beggars)

Die beiden X zeigen es an: Jamie (Nachname: Smith) ist Produzent und Soundbastler des Indierocktrios The XX – und sein Soloalbum praktisch die Fortsetzung des verhangenen The XX-Melancholie-Pops, bloß mit mehr Elektronik, mehr Beats und noch mehr Sehnucht nach Glück, Liebe, Verzweiflung. Ist alles nicht aus einem Guss, dafür klingt ein Stück schöner als das andere.Gerrit Bartels, Tagesspiegel

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