Soundcheck : CD-Neuerscheinungen

Jede Woche stellen vier Popkritiker im Soundcheck ihre CDs der Woche vor. Diesmal mit neuen Platten vom CocoRosie, !!! (Chk, Chk, Chk), Deerhunter und Here We Go Magic. Ab 21 Uhr auf Radio eins.

Bianca und Sierra Casady alias CocoRosie
Bianca und Sierra Casady alias CocoRosieFoto: Patricio Colombo

CocoRosie: Heartache City (Lost Girl)

Für Bianca und Sierra Casady schließt sich nach elf Jahren ein Kreis. Das sechste Album der beiden Schwestern ist auf derselben Farm in Südfrankreich entstanden, wo sie ihr Debüt aufgenommen haben. Im ganz eigenen CocoRosie-Kosmos wieder dabei sind auch die Kinderspielzeuge und antiken Instrumente, die mittlerweile so schön nach gebrochenem Herzen klingen. Elissa Hiersemann, Moderatorin

!!!: As If (Warp)

Willkommen auf einer anarchischen Party. Die Band, die für die Gäste aufspielt, will sich nicht festlegen. Sie wildert mal hier, mal dort: Funk, Disco, 90er- Jahre-House, hier eine Nile- Rodgers-Gitarre, dort ein Moment, der an Stevie Wonder erinnert oder an Gus Gus oder an Basement Jaxx. Eine Party mit schönen, windschiefen Momenten. Eine Party, die mehr denn je den Namen dieser Band rechtfertigt: !!! Steen Lorenzen, Radio Eins

Deerhunter: Fading Frontiers (4AD)

Die australische Band INXS, der chilenische Dichter Pablo Neruda und der seelenlose Geruch eines neuen Autos – sie alle haben den Multiinstrumentalisten Bradford Cox zum neuen Album seiner Band Deerhunter inspiriert. Vielseitig die Einflüsse, vielseitig auch die Musik: Indiepop-Momente wechseln sich ab mit Ambientsounds und experimentellem Lärm. Auch auf ihrem siebten Album ist diese US-amerikanische Band nur schwer zu fassen. Simon Brauer, Radio Eins

Here We Go Magic: Be Small (Cargo)

Immer interessant: Pop reinsten Wassers, der in dem Wissen gespielt wird, dass es ja doch nie zum Hit reicht. Prefab Sprout stehen für diese Ironie der Außenseiter. Als Luke Temple seine Band 2008 in Brooklyn formierte, hatte er diesen Effekt nicht im Sinn. Er war ja Folk-Musiker. Dann nahm sich Radiohead-Gitarrist Nigel Goodrich der Band an, und es ward kristalliner Edelpop. Jetzt kommen Temple und sein verbliebener Kompagnon Mike Bloch dem Ideal des perfekten Songs zumindest hin und wieder nahe. Kai Müller, Tagesspiegel

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