Soundcheck : Die CD-Neuerscheinungen der Woche

Jede Woche stellen vier Popkritikerinnen und Popkritiker in der Radio-eins-Sendung "Soundcheck" ab 21 Uhr die Alben der Woche vor. Diesmal mit neuen Platten von Yak, James Blake, Drake und Radiohead.

Yak.
Yak.Foto: promo/Community

Yak: Alas Salvation (Octopus Electrical)

Da erhebt er noch einmal seinen hässlichen Kopf, der Rock and Roll. Yak aus London scheren sich einen Dreck um Moden und den Konsens, dass Gitarren eigentlich ins Museum gehören. Yak sind vom Geist der Stooges befallen und spielen ihre brüllend laute, vollkommen übersteuerte Musik so, als gäbe es kein Danach mehr. Nach 40 Minuten Alas Salvation bluten die Ohren und der Kopf ist leer. Mehr kann man vom wahren Rock and Roll kaum erwarten. Andreas Müller, Moderator

James Blake: The Colour in Anything (Polydor/Universal)

Was für eine schöne Überraschung. Über Nacht war letzte Woche plötzlich ein neues James-Blake-Album da. Der einsame Meister der Bass-Wucht hat sich Kollaborateure gesucht. Zusammen mit Frank Ocean, Rick Rubin und Justin Vernon von Bon Iver hat der 27-jährige Londoner neue Farben in seiner noch immer melancholisch-introspektiven Musik gefunden. Elissa Hiersemann, Radio eins

Drake: Views (Republic/Universal)

Dieser Mann hat Hip-Hop als Vergnügen starker Männer beendet. Drake hat eine bestimmte Melancholie in dieses Genre eingeführt, das Gefühl, dass früher einmal alles besser gewesen sei und die besten Tage vorbei. In den USA ist der 29-jährige Kanadier damit ein Superstar geworden. In Deutschland wird dies mit seinem vierten Studioalbum „Views“ nun möglicherweise auch passieren. Tobias Rapp, Spiegel

Radiohead: A Moon Shaped Pool (XL Recordings/Parlaphone)

Seltsam und toll zugleich: Mir nichts, dir nichts veröffentlichen Radiohead ein Album, auf das die Welt nicht gewartet hat, sie aber nun in milde Aufregung versetzt. Ein neues Album ausgerechnet von einer Rockband! Die keine mehr sein will, aber im klassischen Line-up spielt. Und das schön und gut: mehr Folk- als Krautrock, paar Gitarren-Tupfer, paar elektronische Verschlingungen. Bisweilen verirren sich Yorcke und Co. in den eigenen Soundscapes. Das macht aber nichts. Passt schon. Gerrit Bartels, Tagesspiegel

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