Soundcheck : Die CD-Neuerscheinungen

Jede Woche stellen vier Popkritiker im "Soundcheck" auf Radio Eins die CDs der Woche vor. Diesmal mit den guten alten Sternen, die auf ihrer zehnten Platte von Flucht träumen, und dem stimmigen Nachfolgealbum des Brooklyners Sinkane.

Sinkane: Mean Love.
Sinkane: Mean Love.Foto: promo

Sinkane: Mean Love (City Slang)

Gäbe es einen Preis für den überraschendsten Pedal-Steel-Einsatz auf einem Pop-Album, Ahmed Gallab alias Sinkane hätte gute Chancen, ihn mit „Mean Love“ zu gewinnen. Auch sonst zeigt sich der 29-jährige Brooklyner auf dem Nachfolger seines vor knapp zwei Jahren veröffentlichten Debüts „Mars“ als genialer Verschmelzer disparater Einflüsse. Sein Soul-Electro-Afro-Country-Reggae-Pop ist stimmig, persönlich und intensiv. Nadine Lange, Tagesspiegel

Erland & The Carnival: Closing Time.
Erland & The Carnival: Closing Time.Foto: promo

Erland & The Carnival: Closing Time (Full Time Hobby)

Zwei kluge Könner waren sie schon immer. Aber mit „Closing Time“ gelingt Gawain Erland Cooper und Simon Tong, was ihre ersten beiden Alben nur anzudeuten vermochten: der große, aber widerborstige Pop-Wurf. Entstanden ist ein eklektisches Werk: englisch-spinnert, euphorisch-melancholisch, heiter bis wolkig. Die rasch im Studio von Damon Albarn aufgenommene CD zeigt zwei Musiker im Kreativrausch. Andreas Müller, Moderator

Die Sterne: Flucht in die Flucht.
Die Sterne: Flucht in die Flucht.Foto: promo

Die Sterne: Flucht in die Flucht (Staatsakt)

Um sich jetzt noch „vom Acker“ machen zu wollen, ist die Band aus Hamburg zu alt und abgeklärt. Was also treibt sie, auf ihrem zehnten Album von Flucht zu träumen? Wo doch ihr Festhalten am prekär-diskursiven Lebensmodell schon für sich etwas Heroisches hat. Aber sie traut sich nicht, dem wunden Grundton ihrer Midlife-Bilanz auf den Grund zu gehen. In einigen Songs glüht Großes auf. Aber das geht verloren im ironisch abgemilderten Sterne-Pathos. Kai Müller, Tagesspiegel

Ty Segall: Manipulator.
Ty Segall: Manipulator.Foto: promo

Ty Segall: Manipulator (Drag City)

Ganz lässt der für seinen Lo-Fi-Psychedelic-Fuzz-Neo-70s-Sound bekannte 26-jährige Kalifornier das Lärmen nicht. Doch so poppig kondensiert wie auf seinem siebten Album waren seine Songs bisher selten. Klingt wie eine Best-of mit jeder Menge neuen Hits. Helmut Heimann, Radio eins

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