Soundcheck : Die Pop-Alben der Woche

Jede Woche stellen vier Popkritiker im Soundcheck die CDs der Woche vor. Diesmal mit neuen Platten von Lusts, Dave Gahan & Soulsavers, Fat Freddys Drop und Joanna Newsom.

Das britische Rock-Duo Lusts.
Das britische Rock-Duo Lusts.Foto: Promo

Lusts: "Illuminations" (1965 Records)

Zwei Brüder aus Leicester kriegen bei der Lektüre von Rimbaud Lust, eine Band aufzumachen. Sie tun es und innerhalb weniger Monate entsteht das Material für ein Debüt Album. Wieder möchte man rufen: glückliches England! Nur dort scheinen solche Geschichten möglich zu sein. Lusts Lieder saugen am Shoegaze-Honig der frühen 90er und atmen die feucht-kalte Luft der Joy Division-Ära. Entstanden ist dabei melodienseliger und hymnischer Pop. Andreas Müller, Moderator

Dave Gahan & Soulsavers: "Angels & Ghosts" (Sony)

Aus einer Zufallsbekanntschaft ist ein Bedürfnis geworden: Bereits zum zweiten Mal kollaboriert das britische Produzenten-Duo Machin & Glover alias Soulsavers mit dem Depeche Mode-Frontmann Dave Gahan. Letzterer textet, singt und verspricht, dass „Angels & Ghosts“ im Gegensatz zum Vorgänger von Hoffnung und Optimismus geprägt sei. Tja, Optimismus ist eben relativ und in Sachen Seelenrettung gibt’s keine Zufallsbekanntschaften. Claudia Gerth, Radio eins

Fat Freddys Drop: "Bays" (The Drop)

Gewohnt clever verarbeiten diese neuseeländischen Soundköche ihre diversen Zutaten: hier eine Kelle Reggae, dort ein Pfund Funk, eine Prise Techno, abgeschmeckt mit Jazz und Soul, garniert mit Dub. Heraus kommt kein musikalischer Brei, sondern ein 9-Gänge-Menü mit fein produzierten Spezialitäten. Und wie beim Essen gilt auch hier: nicht jedem wird alles schmecken. Aber dass sie was können, zeigen FFD vom ersten Ton an. Martin Böttcher, Musikjournalist

Joanna Newsom: "Divers" (Drag City)

Fünf Jahre hat die kalifornische Multiinstrumentalistin Joanna Newsom an ihrem vierten Album gearbeitet. Bis man die Tiefen dieses schillernd vielschichtigen und betörend schönen Kunstpop-Werk erforscht hat, wird es ebenfalls eine Weile dauern. Nadine Lange, Tagesspiegel

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