Soundcheck : Die Pop-Alben der Woche

Jede Woche stellen vier Popkritiker im Soundcheck die Alben der Woche vor. Diesmal mit neuen Platten von Phall Fatale, Daughter, Dota und Erik Cohen.

Die Band Phall Fatale.
Die Band Phall Fatale.Foto: Maya Jörg/Artwork by Julia Maria Morf

Phall Fatale: Moonlit Bang Bang (Qilin Records)

Geht eigentlich gar nicht: Schlagzeug-Legende Fredy Studer belebt, unterstützt von Elektronik und zwei Kontrabässen den Geist der nicht minder legendären Slits. Geht am Ende aber dann doch. Nervös- nervendes Geklopfe trifft auf schwärende Flächen und zwei Frauenstimmen, die zusammen tönen wie einst Ari Up. Nennen wir es Post-Punk-Jazz.

Andreas Müller, Moderator

Daughter: Not To Disappear (4AD)

Nur Heulsusenmusik – wie auf dem ersten Album der britischen Band Daughter – war ja auch lahm. Auf dem Nachfolger „Not to disappear“ zeigen Daughter den für gute Musik unabdingbaren Mittelfinger, kratzbürstige Energie und erstaunlich karge und elegante Beobachtungen. Yeah.

Vivian Perković, Musikjournalistin

Dota: Keine Gefahr (Kleingeldprinzessin Records)

Dota ist Liedermacherin – Großstadtpoesie, umarmende Stimme, zärtliche Rotzigkeit. Wegen der Bossa-Nova- und Jazzeinflüsse war bei ihr immer mehr los als bei anderen. Auf „Keine Gefahr“ bleibt sie bei den alten Themen, wird im Sound aber elektronischer. Oft ziemlich schön, manchmal nervig und leider etwas beliebig.

Fabian Wolff, Musikjournalist

Erik Cohen: Weißes Rauschen (RYLNKR)

„Hier ist nicht Hollywood“ singt oder besser: röhrt der Kieler Erik Cohen. Und hier, auf diesem Album, ist kein Glam und kein Diskurs, sondern Rock und noch mehr Rock, mal düsterer, mal schwitziger. Den Cohen wiederum mit pathetischen, kitschigen, in besseren Momenten dackelblutigen Lyrics bebildert.

Gerrit Bartels, Tagesspiegel

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