Soundcheck : Die Pop-Alben der Woche

Jede Woche stellen vier Popkritikerinnen und Popkritiker in der Radio-eins-Sendung "Soundcheck" ab 21 Uhr die Alben der Woche vor. Diesmal mit Whitney, Die Heiterkeit, Dexys und The Kills.

Max Kakacek und Julian Ehrlich sind Whitney.
Max Kakacek und Julian Ehrlich sind Whitney.Foto: Sandy Kim

Whitney: Light Upon The Lake (Secretly Canadian)

Julian Ehrlich und Max Kakacek bilden den Kern dieses Projektes, das nach dem Frühstück entstand. Beide teilen sich eine kleine Wohnung und spielten vormittags einfach mal drauflos. Getrieben vom Wunsch, eine Art Soul-Country zu entwerfen und befeuert von Beziehungskrisen, schufen sie zehn feine Lieder, die an große Solitäre wie Jim Ford erinnern, aber nicht dessen Tiefe erreichen. Schön ist die Musik aber doch. Andreas Müller, Moderator

Die Heiterkeit: Pop & Tod I + II (Buback/Indigo)

Sie meint es ernst. Stella Sommer hat wieder eine neue Besetzung für ihre Band gefunden und diesmal wohl endgültig. Es gibt viel Hall, äußerst charmante Chöre, tolle Bassläufe und Texte, die zumeist wohl für den Mathematiker und Informatiker Alan Turing bestimmt sind. Doch Konzeptalbum hin oder her, in der Kürze läge die Würze. Claudia Gerth, Radio eins

Dexys: Let The Record Show Dexys Do Irish & Country Soul (100% Records/Warner)

Was, das soll ein neues Album des großen Soul-Rebellen Kevin Rowland alias Dexys (Ex-Midnight Runners) sein? Da sind ja gar keine neuen Lieder drauf, bloß nachgesungenes Zeug aus dem Great American and Irish Songbook. Wundersamerweise aber entsteht gerade im Verzicht auf Originalität so etwas wie Magie und, tja: Seele. Thomas Groß, Die Zeit

The Kills: Ash & Ice (Domino)

Alison Mosshart und Jamie Hince haben nichts verlernt: Der minimalistische Garage Rock des amerikanisch-britischen Duos hat auf dem fünften Album weder seine quecksilbrige Eleganz noch seinen räudigen Charme eingebüßt. Doch wo The Kills vor zehn Jahren eine aufregende Alternative zur Rigidität der White Stripes boten, lässt ihre kaum erkennbare Weiterentwicklung sie im Jahr 2016 etwas anachronistisch klingen. Trotzdem gut. Jörg Wunder, Tagesspiegel

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