Soundcheck : Die Pop-Alben der Woche

Jede Woche stellen vier Popkritikerinnen und Popkritiker in der Radio-eins-Sendung „Soundcheck" ab 21 Uhr die Alben der Woche vor. Diesmal mit neuen Platten von Still Parade, Dani Siciliano, Garbage und Steve Gunn. Eine Vorschau.

Mit dem Track "Actors" gelang dem Berliner Still Parade aka Nils Kramer der internationale Durchbruch.
Mit dem Track "Actors" gelang dem Berliner Still Parade aka Nils Kramer der internationale Durchbruch.Foto: promo

Still Parade: „Concrete Vision" (Heist Or Hit)

Ist das Musik für Streams? Dem in Berlin lebenden Niklas Kramer alias Still Parade gelang mit dem Track „Actors“ bereits eine Klick-Granate, und das Album „Concrete Visions“ könnte ebenfalls eine virale Sensation werden. In England und den USA hat Kramer schon den Status eines kleinen Stars erlangt. Und das mit einem unaufgeregt verschlafenen Psych-Pop, der sich aber unwiderstehlich ins Gedächtnis windet.

Andreas Müller, Moderator

Dani Siciliano: „Dani Siciliano" (Circus Company)

Mit ihrem dritten Solo-Album gelingt der US-amerikanischen Sängerin, Musikerin und Produzentin Dani Siciliano ein elektronisches Kleinod, das durch seinen Feinschliff überzeugt. Unaufgeregt und minimalistisch daherkommend, weiß Siciliano, wie man im entscheidenden Moment Akzente setzt und Spannungsbögen spannt, um sich von reiner Gefälligkeit abzuheben. Sicilians do it better!

Hannah Pilarczyk, Spiegel online

Garbage: „Strange Little Birds" (PIAS)

40 Jahre ihres Lebens sei sie extrem gestresst gewesen, sagte Shirley Manson neulich. Dann zog sie nach Kalifornien, wo die Wut ihrer frühen Jahre langsam verrauchte. Die Stimmung der neuen Garbage-Songs schwankt trotzdem zwischen enttäuschter Milde und vorsichtiger Euphorie. Musikalisch setzen Garbage auf seit mittlerweile zwei Dekaden Erprobtes. Öd? Noch nicht.

Esther Kogelboom, Tagesspiegel

Steve Gunn: „Eyes On The Lines” (Matador)

Der vorwiegend auf dem Gebiet experimentierfreudiger Klangforschung aktive amerikanische Gitarrist liefert erneut den Beweis, dass er auch das strengere Song-Format beherrscht. Griffige Riffs, virtuose, zu einem vielschichtigem Klangteppich verwobene Gitarrenläufe und immer wieder mal spacige Improvisationspassagen. Der beiläufige Gesang stört auch nicht weiter. Unangestrengt und von nonchalanter Coolness.

Helmut Heimann, Radio eins

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