Soundcheck : Die Pop-Alben der Woche

Jede Woche stellen vier Popkritikerinnen und Popkritiker in der Radio-eins-Sendung "Soundcheck" ab 21 Uhr die Alben der Woche vor. Diesmal mit neuen Platten von Black Heino, Róisín Murphy, Shura und Badbadnotgood.

Black Heino
Black HeinoFoto: John Broemsler

Black Heino: Heldentum und Idiotie (Tapete Records)

Haha. Guter Bandname. Oder blöder Bandname. Was sind das nur für Typen? Die drei Black Heinos klingen wie eine Beatkapelle der 60er, die versucht, die frühen Fehlfarben nachzuspielen und dabei Themen verhandelt, die eigentlich keine mehr sind: Guido Knopp etwa. Absurd. Aber toll. Räudiger Garagenrocklärm, der in der deutschen Szene mal wieder fällig war. Andreas Müller, Moderator

Róisín Murphy: Take Her To Monto (Play It Again Sam)

Im Gegensatz zu dem letztjährigen fulminanten Vorgänger, mit dem Murphy ihre musikalische Untätigkeit nach acht Jahren beendete, ist das neue Album heterogener: spacige Elektrosounds, Bässe, die einen tapsigen russischen Bären vor dem inneren Auge tanzen lassen, und schrullig-ironische Bossa-Nova-Eskapaden. Claudia Gerth, Radio Eins

Shura: Nothing’s Real (Polydor)

Was lange währt, wird endlich gut: Zwei Jahre hat sich die britische Musikerin Shura Zeit gelassen, um nach einer Reihe von Singles ihr Debütalbum fertigzustellen. Anders, als es ihr Name vermuten lässt, zeigt sich die 25-Jährige in den Texten oft verunsichert. Musikalisch aber gibt es kein Zaudern und Zweifeln, die Shura-Electropopschmiede reiht Hit an Hit. Martin Böttcher, Musikjournalist

Badbadnotgood: IV (Innovative Leisure)

Blöder Name, verwirrender Titel (ist das fünfte Album der Kanadier), toller Jazz mit Hip-Hop-Essentials. Badbadnotgood haben Rapper Mick Jenkins und den Future-Islands-Frontmann am Mikro oder lassen sich von Kaytranada manchen vertrackten Beat basteln. Klänge es nicht so abschreckend, müsste man Fusion-Pop dazu sagen. Gerrit Bartels, Tagesspiegel

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