Soundcheck : Die Pop-Alben der Woche

Jede Woche stellen vier Popkritikerinnen und Popkritiker in der Radio-eins-Sendung "Soundcheck" ab 21 Uhr die Alben der Woche vor. Diesmal mit neuen Platten von Abay, Wild Beasts, Messer und Gonjasufi. Eine Vorschau.

Die Band "Messer".
Die gefeierte Band "Messer".Katja Ruge

Messer: Jalousie (Trocadero)

Ist das noch Indie-Rock? Nach Umbesetzung und Theaterexkursionen taumelt die gefeierte Band um Sänger Hendrik Otremba durch ambitioniertere Klänge, Rhythmen und Songstrukturen – und findet zwischen kühler Zeitdiagnostik, Post-Wave und Noir-Romantik einen kunstsinnigen neuen Sound. Andreas Borcholte, Spiegel Online

Abay: Everything’s Amazing And Nobody Is Happy (Unter Schafen)

Acht Jahre nach dem Abschied von Blackmail gelingt Aydo Abay mit neuer Band eine elegische Traummusik, changierend zwischen The Cure, Mercury Rev und 80er-Synthie-Pop. Abays Gesang vereint Verlorenheit und Melancholie, daraus ergibt sich seine spezielle Signatur. Torsten Groß, Moderator

Wild Beasts: Boy King (Domino)

Die Schrammel-Gitarren sind ersetzt durch auffällige Keyboards und fette Beats, mit ihrer Funkyness zielt die Band auf den Dancefloor. Plötzlich nervt die hochtönende Stimme von Hayden Thorpe viel weniger, und die eindeutig zweideutigen Texte über Männer- und Frauenklischees kommen besser zur Geltung. Anja Caspary, radioeins

Gonjasufi: Callus (Warp/Rough Trade)

Die Welt ist böse schlecht, kaputt, weshalb der US- Produzent und Sänger Gonjasufi ihr mit seinem dritten Album den adäquaten Soundtrack liefert. Es kratzt, knirscht, brummt, und Gonjasufi windet sich mit verfremdeter Stimme durch Songs und Psycho-Sounds. Echte Schmerzensmusik! Gerrit Bartels, Tagesspiegel

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