Soundcheck : Die Pop-Alben der Woche

Jeden Freitag stellen vier Popkritiker/-innen in der Radio-eins-Sendung „Soundcheck" ab 21 Uhr die Alben der Woche vor. Diesmal mit neuen Platten von Goat, Lemon Twigs, Douglas Dare und Suzanne Vega.

Goat
Mysteriös. Das schwedische Kollektiv Goat.Foto: Andreas Johansson / Sub Pop

Goat: Requiem (Rocket Recordings)

Das Debütalbum des mysteriösen schwedischen Kollektivs hieß zwar „World Music“, aber Afrika und Südamerika sind erst jetzt erstmals explizit zu hören. Das alles wird auf ihrem dritten Album wieder durch die psychedelisch-tribalistische Goat-Maschine gedreht, und wer sich hineinfallen lässt in diesen Zauberteich aus wilden Klängen und Beschwörungen, unternimmt eine Geist und Körper reinigende Reise.

Andreas Müller, Moderator

Lemon Twigs: Do Hollywood (4 AD)

Die Kids sind 19 und 17 Jahre alt, in einem Beach Boys- und Beatles-affinen Haushalt aufgewachsen, und so klingt auch ihre Platte. Wunderbar. Barockig. Supertrampig. Überkandidelt. Und überflüssig. Jedenfalls, wenn man Musik auch nur im Ansatz mit Innovation in Verbindung bringt. Aber vielleicht ist das auch ein frommer und schon wieder altmodischer Wunsch.

Jenni Zylka, Musikjournalistin

Douglas Dare: Aforger (Erased Tapes)

Auf dem Londoner Label Erased Tapes erscheint sonst nur prätentiöser Neoklassikquark. Douglas Dare macht jetzt die Ausnahme: Zu sparsamen Klavier- und Streicherarrangements klagt er mit knödelnder Knabenstimme übers Betrügen und Betrogenwerden und den generellen Hang der Menschen zu Lug und Trug. Zur Jahreszeit und gesellschaftlichen Lage passend paranoid.

Jens Balzer, Berliner Zeitung

Suzanne Vega: Lover, Beloved. Songs From An Evening With Carson McCullers (Cooking Vinyl)

Prosa, Drama und Pop zusammenzubringen – das wäre große Kunst. Vega hat ein Ein-Personen-Musical über die Schriftstellerin Carson McCullers geschrieben und daraus ihr neuntes Studioalbum geformt. Ähnlich klassische Broadwaysongs hätte auch Kurt Weill schreiben können. Manchmal aber wird es still und folkig und die Sängerin entblößt kurz ihre Seele.

Christian Schröder, Tagesspiegel

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