SOUNDCHECK : SOUNDCHECK

CD-NEUERSCHEINUNGEN

ELEKTRO Andreas Dorau Todesmelodien (Staatsakt)

Das Wunderkind der Neuen Deutschen Welle ist kaum erwachsen geworden. Andreas Doraus Stimme klingt nach Bubi wie einst, nur seine Geschichten gleiten inzwischen ein wenig ins Morbide. Das steht ihm gut. Nur die naive Elektromusik, die muss man lieben, sonst drücken einem diese Todesmelodien die Luft ab. Andreas Müller, Moderator

Jeden Freitag zwischen

21 und 23 Uhr reden vier Popkritiker

auf       über ihre CDs

der Woche. Diesmal:

POP Patrick Wolf Lupercalia (Universal)

Bisher umgab die Alben von Patrick Wolf stets

eine Aura der Düsterkeit. Davon ist auf dem fünften Werk des Londoner Multiinstrumentalisten nur noch wenig zu spüren: Sein im Titel versprochenes „Wolfsfestival“ ist eine knallbunte Queer-Party mit einer Menge Bläsern, Streichern und Tanzbeats, die mitunter geradewegs in den Kitsch hineintänzelt. Macht nichts – ein prima CSD-Soundtrack ist es allemal.Nadine Lange, Tagesspiegel

SONGWRITER Bon Iver Bon Iver (4 AD)

Justin Vernons charakteristische Falsettstimme ist wieder da. Sie vermittelt Entrücktheit, Intimität und Verletzlichkeit. Die Songs über Örtlichkeiten als Lebensstationen im übertragenen Sinn sind trotz des breiten Klangspektrums behutsam produziert. Musik, die quasi „fühlbar“ ist, bringen nur Wenige zustande. Justin Vernon ist einer von ihnen.Jürgen König, Radio eins

ROCK Vetiver The Errant Charm (Cooperative)

Aus dem Epizentrum der Freak-Weird-Neo-Folkmetropole San Francisco beglückt Andy Cabic die Welt mit dem mittlerweile fünften Album voller melodiös melancholisch versponnener Songwriterkunst. Ob reduziert minimalistisch ohne große Besetzung oder in voller Bandstärke – stets entfalten seine Songs eine optimistische Gefälligkeit und Gelassenheit.

Irritierend charmant.Martin Rabitz, Trinity Concerts

Neue Alben, Konzerte, Club-Adressen:

www.tagesspiegel.de/pop

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