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CD-NEUERSCHEINUNGEN

POP Miss Li Beats and Bruises (National/Devilduck) Linda Carlsson könnte sich in jeder Hafenkneipe der Welt ans Klavier setzen und würde selbst die missgelauntesten Seebären zum Tanzen bringen. Die Energie von Schwedens Antwort auf Kate Nash hat innerhalb eines Jahres für gleich drei Alben gereicht. Carlssons Unbekümmertheit klang gut in der Werbung und als Begleitmusik für Fernsehserien. Nun hat sie ihrem Cabaretpop eine dunkle Seite gegeben. Ein weiterer gekonnter Griff in die Kiste mit allen möglichen Schablonen der Popmusik.Steen Lorenzen, Moderator

Jeden Freitag zwischen

21 und 23 Uhr reden vier Popkritiker

auf       über ihre CDs

der Woche. Diesmal:

WHITESOUL Joss Stone LP1 (Stone’d/Sony) Sie sollte einfach zu früh zu viel sein: eine weiße Aretha Franklin, und das als 16-jährige Britin und zu einem Zeitpunkt (2003), als das Soul-Revival noch in weiter Ferne lag. Nach musikalischen und persönlichen Rückschlägen berappelt sich Joss Stone nun mit Hilfe von Dave Stewart. Die in Nashville aufgenommenen Songs sind immer dann am besten, wenn Stone nicht alles aus ihrer famosen Stimme herauszuholen versucht. Wenn sie unter Volldampf singt, klingt es leider wie Tina Turner zu „Steamy Windows“-Zeiten.Jörg Wunder, Tagesspiegel

CHANSON Benjamin Biolay Pourquoi Tu Pleures (Naive) Der Erneuerer des französischen Chansons, das Enfant Terrible des französischen Pop macht Filmmusik – und spielt dazu auch noch gleich die Hauptrolle. „Pourquoi tu pleures – Warum weinst du“ lief dieses Jahr auf dem Filmfestival in Cannes und anschließend sehr erfolgreich auch im französischen Kino. Die Musik: eine schwebend leichte, aber mal auch eher dunkel-soulige Mischung aus Score und Songs. Blues, Pop und Chanson. Ob Benjamin Biolay schauspielern kann, weiß ich nicht, sein Film ist hier noch nicht gestartet. Musik aber kann er definitiv. Milena Fessmann, radioeins

POP Little Dragon Ritual Union (Peacefrog) Und plötzlich haben sie alle lieb, die kleinen schwedischen Drachen rund um die Sängerin Yukimi Nagano. Kein Wunder: Auf ihrem dritten Album setzt die Band aus Göteborg die musikalischen Puzzlestücke genau richtig zusammen und kratzt nun mit ihrem gefühlsseligen Electropop an der Mainstreamtür. Kratzen ist okay, aber jetzt bloß nicht reingehen, möchte man der Band zurufen.Martin Böttcher, Musikjournalist

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