Kultur : SOUNDCHECK

CD-NEUERSCHEINUNGEN

ROCK Neil Young

Chrome Dreams II

(Warner)
Der Meister reicht eine weitere Tafel vom Berge der Erkenntnis hinunter und nennt sie: „Chrome Dreams II“. Nicht, dass ein erster Teil offiziell existieren würde, aber Mr. Young pflegt eben einen ganz eigenen Humor. Und er pflegt das eigene Erbe. Manche der Songs entstanden bereits vor vielen Jahren und schienen nun erst reif für die Öffentlichkeit zu sein. Musik zwischen brachialem Rock der Crazy-Horse-Schule und harschem Country & Western aus Harvest-Zeiten. Es gehe, so Young selbst, um nicht weniger als die conditio humana. Wie eigentlich immer auf seinen Platten. Und wie eigentlich immer ist er auch diesmal zum Niederknien wunderbar. Andreas Müller, Moderator

Jeden Freitag zwischen 21 und 23 Uhr

reden vier Popkritiker auf Radioeins über ihre CDs der Woche. Heute:

POP Dave Gahan

Hourglass (Mute/EMI)

Seit er sich von Alkohol und Drogen abgewendet hat, reicht es ihm nicht mehr, nur der Sänger von Depeche Mode zu sein. Gahan will unbedingt auch als Solo-Künstler anerkannt werden. Verglichen mit seinem Debüt „Paper Monsters“ von 2003 gelingt ihm das jetzt schon besser: Statt zweieinhalb guter Songs bringt er es diesmal schon auf viereinhalb starke Elektropop-Stücke, die sich auch auf einem Album seiner Hauptband nicht verstecken müssten. Der Rest ist leider eher einfallslos.Nadine Lange, Tagesspiegel

ROCK John Fogerty

Revival (Universal)

Für Trucker war seine Musik ebenso gut wie für Bluesrock-Liebhaber. Nach 35 Jahren ohne Creedence Clearwater Revival klingt John Fogerty, als habe er die Band all die Jahre schwer vermisst. Der Spagat gelingt ihm dabei immer noch. „Revival“ droht zunächst in sülzigem Countryrock zu zerfließen, doch dann schafft Fogerty die Wende: mit einer unsentimentalen Erinnerung an den „Summer of Love“ und einem tollen Finale. Höhepunkt: der zickige, anderthalbminütige Aufstand „I Can't Take It No More“.Steen Lorenzen, Radioeins

POP The Undertones

Dig yourself deep

(Cooking Vinyl)
Seit 1999 gibt es die Undertones wieder. Man hat es kaum bemerkt. Vielleicht liegt es daran, dass der Sänger nicht mehr derselbe ist und man eine Rampensau wie Feargal Sharkey nur schwer ersetzen kann. Nun also ein neues Album mit neuem Material. Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Wen wundert’s, die Stooges wären ohne Iggy Pop schließlich auch nicht mehr dieselben.Elissa Hiersemann, Radioeins

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