Kultur : SOUNDCHECK

CD-NEUERSCHEINUNGEN

POP Wyclef Jean

Carnival II – Memoirs Of An Immigrant (SonyBMG)

Rapper der Guten, Stimme der Hoffnungslosen, Kämpfer für die Gerechtigkeit, Gitarrenheld und Schmusekater. Es gibt kaum eine Rolle in der schwarzen Musik, die Wyclef Jean in post-Fugees-Zeiten nicht probiert hätte und die er irgendwie doch nie richtig auszufüllen vermochte. Mit seinem neuen Album aber schafft der ewige Immigrant eine unerwartete Wendung: unterstützt von einer bunten Truppe von Gaststars klingt „Clef“ so kohärent und überzeugend wie nie. Andreas Müller, Moderator

Jeden Freitag zwischen 21 und 23 Uhr

reden vier Popkritiker auf Radio Eins über ihre CDs der Woche. Heute:

POP Celebration

The Modern Tribe

(Beggars/Indigo)

Wer diese Band musikalisch einordnen will, muss scheitern. Das Trio aus Baltimore hat nicht von allem ein bisschen, sondern von allem ganz viel. Harsch, klar, kompromisslos wie Punk. Gefühlvoll wie Soulmusik. Komplex und kunstvoll wie Prog- Rock. Ein Fass ohne Boden. Selten war der Fall ins Bodenlose so genussvoll und ekstatisch. Elissa Hiersemann, Radioeins

POP Speed Orange

The Virgin of Guadalupe (5000 Records)

Wie aus einem Londoner Künstler- und Filmemacherkollektiv selben Namens in Australien eine akustische Lo-Fi-Band werden konnte, ist nur eine der vielen Merkwürdigkeiten, die das Quartett aus Melbourne umgibt. Schon der Name ist irreführend. Weder schnell noch orange ist deren Musik. Sänger Tony Jackson klingt wie Roger Waters und zermartert sein Hirn auch entsprechend. Da darf der Drummer seine Felle und Becken nur noch streicheln. Ein paar schöne Melodien. Immerhin.Kai Müller, Tagesspiegel

POP Shack Time Machine – The Best Of Shack

(Sour Mash)
Seit 1988 gibt es mit kurzen Unterbrechungen die Band der Brüder Mick und John Heat aus Liverpool. „Greatest Hits“ wäre ein falscher Name für diese wunderschöne Compilation gewesen, denn sie hatten keine. Warum, lässt sich nicht nachvollziehen. Strotzen ihre Songs doch vor traumhaften, teilweise beatlesken, Melodien mit einem angenehmen Hang zur Psychedelia. Oasis’ Noel Gallagher hat die Qualität der Jungs erkannt und sie auf sein Label geholt. Danke. Jürgen König, Radioeins

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