Kultur : SOUNDCHECK

CDs DES JAHRES

POP The Good, The Bad & The Queen (EMI)

Das britische „Q“-Magazin widmete Damon Albarn kürzlich eine elf Seiten lange Titelgeschichte. Zu Recht, denn der Londoner war 2007 der Mann des Jahres. Bereits im Januar erschien mit „The Good, The Bad & The Queen“ ein Album, auf dem Albarn zusammen mit dem früheren Clash-Bassisten Paul Simonon, Ex-Verve-Gitarrist Simon Tong und Fela Kutis altem Drummer Tony Allen das System Rock in alle Richtungen öffnete. So tief und ruhig atmet die Musik und entwickelt dabei doch so viel Wucht, dass auch zwölf Monate später nichts an dieses Ausnahmewerk heranreicht. Andreas Müller, Moderator

Jeden Freitag zwischen 21 und 23 Uhr

reden vier Popkritiker auf Radioeins über ihre CDs der Woche. Heute widmet sich das musikalische Quartett den

Album-Hits 2007:

ROCK Maxïmo Park

Our Earthly Pleasures (Warp)

Für viele Brit-Pop-Bands war 2007 das Jahr der Wahrheit: Können sie das Niveau ihrer tollen Debüts von 2005 halten? Oder werden junge hungrige Newcomer über sie hinwegfegen? Maxïmo Park haben diese Fragen mit einem grandiosen Pop-Album beantwortet, das mit fabelhaften Melodien und eben solchen Texten beeindruckt. Das Quintett aus Newcastle weiß einfach, wie man Hits schreibt („Books From Boxes“, „Girls Who Play Guitars“) und ist noch zudem auf Konzerten eine echte Macht. Härtetest bestanden. Nadine Lange, Tagesspiegel

POP Feist

The Reminder (Polydor) Loslassen und dann mit den Erinnerungen leben: Dem Album „Let it die“ folgte „Reminder“, kleine, feinfühlig erzählte Bruchstücke, mit trügerischer Leichtigkeit gesungen, liebevoll ausgemalt mit Glockenspiel, Bläsern, akustischen und schmerzverzerrten Gitarren, großen und kleinen Pianos. Vielleicht dank ihrer Punk-Vergangenheit umschiffte Feist alles Schwülstige, immer bedacht, dem Drama etwas Unspektakuläres, Beiläufiges abzutrotzen. Dabei geht es ums Ganze: Eine geliebte Person an einem entscheidenden Punkt nie zu erreichen. There’s a limit to your love. Steen Lorenzen, Radioeins

ROCK Ry Cooder

My Name is Buddy

(Nonesuch)

Der Jahrgang 2007 hat einige feine Neuheiten, aber letztlich wenig Innovatives zu bieten. Was bleibt, ist Musik, die wir auch in zehn Jahren noch hören werden. Wie Ry Cooders famose Fabel „My Name is Buddy“, eine politisch- musikalische Auseinandersetzung mit den USA. Und es bleibt Neil Youngs „Chrome Dreams II“, auf dem der Kanadier erneut in seiner eigenen Liga spielt.

Peter Radszuhn, Radioeins

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