Kultur : SOUNDCHECK

CD-NEUERSCHEINUNGEN

POP Brisa Roché

Takes (Alive)

Das Cover dieser CD ist entsetzlich blöde. Brisa Roché wirkt auch nicht glücklich auf den Pin-Up-Bildern, die zum Kauf von „Takes“ ermuntern sollen. Dabei ist diesmal angeblich alles unter ihrer Regie gelaufen, sie will jetzt mehr Rockerin sein als auf ihrem Debüt, das sie als Norah-Jones-Klon präsentierte. Ein schizophrenes Gefühl aber schleicht sich auch beim Hören dieser Platte ein. Andreas Müller, Moderator

Jeden Freitag zwischen 21 und 23 Uhr

reden vier Popkritiker auf Radio Eins über ihre CDs der Woche. Diesmal:

ROCK Nick Cave

& The Bad Seeds

Dig, Lazarus, Dig!!! (Mute)

Neu erfinden wird sich Nick Cave nicht mehr. Muss er auch nicht. Sein 14. Studioalbum mit den Bad Seeds hat den typischen Cave-Sound – und überrascht trotzdem. Die Band knarzt und zischt, Cave rauscht ungebremst durch seine Geschichten über Sehnsucht, Schuld und Sünde. Der Mann hat immer noch Spaß an seinem Zorn – und das neue Album ist ein Biest. Simon Brauer, rbb

POP Tegan and Sara

The Con (Warner)

Independent-Musik aus Kanada ist derzeit schwer angesagt. Zu Recht. Ein weiterer Qualitätsbeweis der Szene kommt nun von den Zwillingsschwestern Tegan und Sara Quin, die in Vancouver und Montreal leben. Mit „The Con“ legen die beiden ihr fünftes und bestes Album vor, das auf brillante Weise ihre Singer/Songwriter-Wurzeln mit einer offensiven Poppigkeit verbindet. Nadine Lange, Tagesspiegel

SOUL Erykah Badu

New Amerykah

(Universal)

Es ist nicht alles Obama in den USA. Erykah Badu zum Beispiel zieht aus ihrer brodelnden Funkbrühe ein Afroamerika hervor, das auch ein schwarzer Präsident kaum repräsentieren kann. Es geht um institutionellen Rassismus, Drogen, Tod und Verderben. Es ist irr und wirr und so unfertig, dass man ständig über lose Enden stolpert. Und genau das macht es groß.Tobias Rapp, taz

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