Kultur : SOUNDCHECK

CD-NEUERSCHEINUNGEN

POP Fettes Brot

Strom und Drang (Indigo)

Für albernen Spaß-Rap sind die drei Mittdreißiger aus Hamburg nicht nur zu alt, sondern auch zu klug. Aber auch ihr 6. Album schafft nur halb die Wende zu Alltagserzählungen, die den Charme großer Popsongs haben. Pop ist genug da. Was fehlt, ist der Wunsch, was erreichen zu wollen. So lange sich Rapper dieses geistigen Kalibers so zahm geben, gehört das Feld den Aggro-Typen. Kai Müller, Tagesspiegel

Jeden Freitag zwischen 21 und 23 Uhr

reden vier Popkritiker auf Radioeins über ihre CDs der Woche. Heute:

POP Hercules and Love Affair (EMI) Der erste große Hit des Frühlings heißt „Blind“, die Single des neuen, selbst betitelten Albums der New Yorker Formation Hercules & Love Affair. Ideendisco könnte sein, was Andrew Butler, Kopf der Band, macht: die großen Momente des New Yorker Nachtlebens zusammenkratzen, die Stimme von Antony Hegarty dazu nehmen und alles auf die Essenz herunterkochen. Disco, wie es New York nicht mehr hat.Tobias Rapp, taz

POP Vincent Vincent & The Villains Gospel Bombs (EMI) Willkommen zurück im Jahr 1959! Damals, als die Männer noch „Johnny“ hießen! Dieser Band gelingt was Erstaunliches: Sie macht fröhlich mit von Doo-Wop und Rockabilly light, der merkwürdigerweise an zwei, drei Stellen das Fegefeuer der Zitiererei verlässt und modern klingt. London swingt, aber schrabbelig. Unbedingt auch für Michaels, Jürgens und Stefans.Esther Kogelboom, Tagesspiegel

POP Van Morrison

Keep it simple (Polydor)

Er hat seine schlechte Laune von Neunzehnhundertirgendwann erfolgreich ins Jahr 2008 gerettet und grantelt zum Davonlaufen. Der Mann, der machen kann was er will, vergeigt vor lauter Kunstgewerbe zum wiederholten Male die Chance zum einzigartigen, weltbewegenden oder auch nur die Scheune rockenden Monsteralbum. Die Gemeinde wird’s natürlich pflichtgemäß lieben. Andreas Müller, Moderator

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