Kultur : SOUNDCHECK

CD-NEUERSCHEINUNGEN

POP The Teenagers

Reality Check

(XL Recordings)
Das Marketing-Konzept dieser französischen Indiepop-Band ist schnell durchschaut: Bandname gleich Zielgruppe. Erzählt werden Kurzgeschichten, die Knutschflecke hinterlassen. Zum Beispiel, wenn Sarah und Quentin im Duett den englischen Cousin besingen, der zum ersten Mal seine amerikanische Cousine besucht und schon am zweiten Tag mit ihr vögelt. Musik für Heranwachsende. Steen Lorenzen, Radioeins

Jeden Freitag zwischen 21 und 23 Uhr

reden vier Popkritiker auf Radioeins über ihre CDs der Woche. Diesmal:

ROCK We Are Scientists

Brain Thrust Mastery

(Virgin)
Ein begeistert gefeiertes Debüt, eine 20-monatige Tour und – schwups – ist der Drummer weg. Man sollte meinen, dass ein Rocktrio solch einen Verlust nicht verkraften kann. Aber die beiden Wahl-New-Yorker Keith Murray und Chris Cain machen unbeirrt weiter. Ihr zweites Album kracht und fädelt hell strahlende Melodien in tumben Verzerrerlärm. Nicht mehr so ungestüm wie zuvor wollen die Strokes-Erben nun noch tanzbarer sein. Funky Beats grundieren den Breitwandsound, der dank Ersatzmusiker nicht ohne Schlagzeug auskommen muss. Leider geht das gewisse schräge Etwas flöten. Kai Müller, Tagesspiegel

PUNK Be Your Own Pet

Get Awkward

(XL Recordings)
Attacke, Attacke, Attacke! Das Quartett aus Nashville ist gnadenlos auf seinem zweiten Album: Punkrock-Lärm, so laut in der Garage gespielt, dass das ganze Viertel mithören kann. Und so schnell gespielt, dass alle, die flüchten, noch mindestens zehn Songs zu hören bekommen, bevor sie die Stadtgrenze erreichen. Über längere Zeit macht einen diese Musik natürlich wahnsinnig, aber die Albumlänge von 35 Minuten ist genau die richtige Dosis. Simon Brauer, Radioeins

POP Baby Charles

Baby Charles (Groove

Attack)
Seit Amy Winehouse mit ihrem Retro- R ’n’ B Millionen von Platten verkauft, tauchen vierteljährlich neue junge und vor allem weiße Soul-Sängerinnen mit Major-Label Alben auf. Dionne Charles aus Brighton ist schwarz und folgerichtig bei einem Indie unter Vertrag. Sie klingt weniger poliert, ist kein Pop und wird – bei aller Brillanz – die Charts nicht mal von Weitem sehen.Andreas Müller, Moderator

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