Kultur : SOUNDCHECK

CD-NEUERSCHEINUNGEN

SONGWRITER Neil

Diamond
Home Before Dark (Sony BMG)

Als Musiker und Sänger zählt Neil Diamond zweifelsohne zu den ganz Großen seines Fachs, seine eigentliche Stärke dürfte aber das Schreiben bemerkenswerter Songs sein. Auf diese verlässt sich der mittlerweile 67-Jährige auch jetzt wieder. Das Album ist nach „12 Songs“ seine zweite Kollaboration mit Produzentenlegende Rick Rubin. Sparsam arrangiert und auf das Wesentliche reduziert braucht das Album Zeit, um seinen Zauber zu entfalten.

Peter Radszuhn, Moderator

Jeden Freitag zwischen 21 und 23 Uhr

reden vier Popkritiker auf Radio Eins über ihre CDs der Woche. Diesmal:

POP Camille

Music Hole (Virgin)

Diese Stimme kann alles: Plätschern wie Wasser und Kichern wie ein Kojote. Camille aus Frankreich, dort seit Jahren als eigensinnige Vocalkünstlerin gefeiert, beschreitet auf ihrem dritten Soloalbum ein akustisches Fantasia, das fast nur aus Stimmen besteht. Sie ist Katze, Hund, Hahn, Affe und Donald Duck und adaptiert Bossa-Nova-Rhythmen ebenso traumsicher wie schwere Hip-Hop-Beats und hymnische Choräle. Ein grandios-verspieltes Pop-Juwel.

Kai Müller, Tagesspiegel

POP Santogold

Santogold (Lizard King

Records/Rough Trade)

Bisher hat Santi White für andere Musik gemacht: Lily Allen und Mark Ronson zählen zu ihrer Kundschaft. Ihr eigenes Debüt gehört in die Abteilung „heißer Scheiß“. Whites urbaner Sound ist frisch, lebendig und vor allem ohne Grenzen. Dub, New Wave, Hip-Hop, Baile Funk, Rock, Pop, Elektro – alles geht. Gewidmet hat die New Yorkerin das Album ihrem Vater, der vor einiger Zeit sagte: „Die Welt ist noch nicht bereit für die Sounds in ihrem Kopf.“ Jetzt dafür umso mehr. Elissa Hiersemann, Radioeins

ROCK Disco Ensemble

Magic Recoveries (Label)

Moderne Populärmusik, diesmal nicht aus Vittula, sondern aus dem finnischen Pori. Der hyperaktive Vierer ist mittlerweile bei seinem dritten Album angekommen und schafft es mühelos,

den Dreck des Undergrounds mit dem Glanz des massenkompatiblen Pop zu

verbinden. Rastloser Punkstakkato trifft

auf New-Wave-Kühle. Hysterie und Distanz stehen in dialektischer Spannung zueinander – ohne einen allzu schmerzenden intellektuellen Überbau.

Martin Rabitz, Trinity Concerts

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