Kultur : SOUNDCHECK

CD-NEUERSCHEINUNGEN

POP Paul Weller

22 Dreams (Island/

Universal)

Auf seinem mittlerweile neunten Studioalbum als Solist zeigt Brit-Pop-Ikone Paul Weller, dass er weder an Kraft verloren hat noch ihm die Ideen ausgehen. Sein Spektrum reicht von Folk bis Jazz, von Rock bis Soul. Pianoballaden wechseln sich mit reinlupigen Popsongs und krachenden Rockern ab. Kleine Soundcollagen und Instrumentals

verbinden dieser musikalischen Träume.

Mit einer Handvoll Musiker, ist ihm ein

ambitioniertes, manchmal überambitioniertes Album gelungen, dass aber immer hörenswert ist und etliche Entdeckungen birgt. Peter Radszuhn, Moderator

Jeden Freitag zwischen 21 und 23 Uhr

reden vier Popkritiker auf Radio Eins über ihre CDs der Woche. Diesmal:

POP Alanis Morissette

Flavors Of Entanglement (Maverick/Warner)

Die große kanadische Songschreiberin Alanis

Morissette experimentiert gerne mit neuen Geschmacksrichtungen und entdeckt im Jahr 2008 die elektronische Musik für sich. Die 33-Jährige beschreibt ihr mittlerweile sechstes Studioalbum als „eine Kombination aus allem“, zu dem „man sich die Hacken abtanzen kann“. Außerdem rechnet Morissette auf dem mit Björk-Produzent Guy Sigsworth eingespielten Werk mit ihrem Ex-Verlobten ab. Der ist mittlerweile mit Scarlett Johansson verlobt. „Isn’t it ironic“? Elissa Hiersemann, Radioeins

ROCK The Ting Tings

We Started Nothing

(SonyBMG)

Man möchte wie ein Gummiball über die Tanzfläche hüpfen – so ansteckend

rocken die Songs von The Ting Tings aus Manchester. Sie sind die Band der Stunde und verbinden Punk mit Glamrock und Elektropop mit Girlpower. England erweist sich wieder mal als Pop-Beschleuniger, und zu Recht pustet die Frische der Ting Tings Madonna dort von Platz eins der Charts. Aber der Lack der ersten Singles bekommt im Kontext

eines Albums mächtige Kratzer und erweist sich als Replik der üblen Seite von Achtziger- Jahre-New-Wave. Schade.

Christine Heise, Radioeins

SONGWRITERIN

Martha Wainwright

I Know You’re Married

But I’ve Got Feelings Too (Cooperative)

Nach ihrem sowohl klanglich als auch textlich intimen Debüt schwelgt Martha Wainwright jetzt derart im vollsämigen Breitwand-Sound, dass man meint, sie habe etwas zu lange den Alben ihres

älteren Bruders Rufus gelauscht. Zum Glück gelingen ihr zwischendurch auch

immer wieder anrührende Momente wie etwa in „Hearts Club Band“. Nadine Lange, Tagesspiegel

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