Kultur : SOUNDCHECK

CD-NEUERSCHEINUNGEN

POP Monkey Journey to the West (Xl/Beggars)

Damon Albarn ist ein Genie. Verdient ein paar Millionen mit Blur, um sich dann ganz entspannt Projekten zuzuwenden, die viele wohl zunächst für kommerziellen Selbstmord gehalten haben dürften: ein avantgardistisches Comic-Hiphop-Projekt ohne Frontsänger? Wird nie was. Eine Supergroup? Uncooler geht’s nicht. Nach dem Erfolg der Gorillaz und The Good, the Bad and the Queen hat er also eine Pop-Peking-Oper komponiert, basierend auf einem chinesischen Epos aus dem 16. Jahrhundert. Einschließlich pentatonischer Tonleiter, chinesischen Streichern und Mandarin-Texten und trotzdem mit seiner eigenen Albarn-Handschrift. Brillant. Susanne Burg, Musikjournalistin

Jeden Freitag zwischen 21 und 23 Uhr

reden vier Popkritiker auf Radio Eins über ihre CDs der Woche. Heute:

POP The Verve

Forth (Parlophone)

Der Titel dieser Verve Langspielplatte Nummer vier ist nicht etwa falsch geschrieben worden. Tatsächlich ist mit „Forth“ der Blick nach vorn gemeint. „Augen zu und durch“ mag das Motto lauten, denn nach Jahren des Streits waren es weniger künstlerische Bestrebungen, als vielmehr ökonomische Zwänge, die Richard Ashcroft und The Verve wieder zusammenbrachten. Auch wenn sie es nur fürs Geld taten: Das Ergebnis klingt nicht schlecht. Andreas Müller, Moderator

ROCK The Dandy Warhols

„...Earth to the Dandy Warhols...“ (Beat The World Records)

Nach der Trennung von ihrer Plattenfirma bringen die Dandy Warhols ihr sechstes Album auf ihrem eigenen Label heraus. Das Quartett aus Portland driftet darauf immer tiefer in sein eigenes psychedelisches Sound-Universum ab, in dem kommerzielle Erwartungen und Radiotauglichkeit keine Rolle mehr spielen. Frühere Hits wie „Bohemian Like You“ scheinen mehrere Galaxien weit entfernt. Nadine Lange, Tagesspiegel

Reggae The Black Seeds Solid Ground (Sonar Kollektiv/Best Seven)

Ihre vorigen drei Alben kann man getrost als würdige Vorgänger bezeichnen; „Solid Ground“ hat viel mehr ernsthaften Druck, lyrischere Texte und knackigere Bläserhooks an Bord. Jeder Song ist rund, die Strukturen sind klar und doch immer musikalisch überraschend. Ohrwürmer! Die Black Seeds bringen ihre Conscious Groove Music von Reggae bis Funk solide auf den Punkt.P.R. Kantate, Musiker

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben