Kultur : SOUNDCHECK

CD-NEUERSCHEINUNGEN

POP Benji Hughes A Love Extreme (New West)

Benji Hughes ist der chancenlose Verlierer aus der letzten Reihe. Ein Nerd in einem pummeligen Körper gefangen, das schwammige Gesicht durch einen dicken Bart getarnt. Was bleibt so einem anderes übrig, als selbst bei Sonnenschein im Keller zu hocken und viele, viele Lieder zu schreiben. Hughes ist ein großes Talent, keine Frage. Schade nur, dass dies ein wenig verloren geht, in dieser seltsam unterproduzierten Platte. Andreas Müller, Moderator

Jeden Freitag zwischen 21 und 23 Uhr

reden vier Popkritiker auf Radio Eins über ihre CDs der Woche. Diesmal:

FOLK Giant Sand

Provisions (Redeye)

Ach, gibt’s die noch, denkt man erstaunt und erinnert sich an Zeiten, da Giant Sand, die Band des unermüdlichen Howe Gelb aus Tucson, Arizona, als Inbegriff von Texarcana-Sound und Desert Rock galt – bevor Calexico ihr den Rang ablief. Seit 1984 hat Gelb geschätzte 40 Alben veröffentlicht. Er haut sie einfach raus. Ohne Ehrgeiz, ohne Konzept. Der beste Song ist diesmal nicht mal von ihm selbst, sondern von PJ Harvey. Kai Müller, Tagesspiegel

METAL Metallica Death Magnetic (Universal)

Musikjournalismus für Fortgeschrittene: Alben besprechen, die man nicht gehört hat, weil die Plattenfirma sie bis zur letzten Sekunde zurückhält. „Death Magnetic“ soll eine Art „Kill ’Em Justice Puppets For All“ für heute sein, nur in ziemlich anders und so ’n bisschen hier und ’n bisschen da. Wenn einer jetzt „Zitat“ oder „postmodern“ krakeelt, ramm’ ich ihm ’nen Eimer Altmetall da hin, wo er nicht hingehört. Markus Hablizel, Suhrkamp

METAL Motörhead

Motörizer (Steamhammer/SPV) Seit über 30 Jahren gibt es Motörhead schon, ein neues Album bedeutet meistens: nichts Neues. Brachialer Rock’n’Roll, voll auf die Zwölf. Auf „Motörizer“ allerdings klingt das Trio um Lemmy Kilmister so frisch und roh, als wäre dies das Debüt und man müsse der Welt erst noch beweisen, dass man die lauteste Band der Welt ist. Brachialer Rock’n’Roll, voll auf die Zwölf. Eine erstaunliche Platte.Simon Brauer, Radio Eins

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