Kultur : SOUNDCHECK

CD-NEUERSCHEINUNGEN

POP Bruce Springsteen

Working on a Dream

(SonyBMG) Pop und Politik: Reicht es nicht langsam mal? Kein Popstar jenseits von Ted Nugent hat es sich nehmen lassen, für Obama Werbung zu machen. Niemand so ausdauernd wie Bruce Springsteen. „Working on a Dream“ erscheint passend zur Inauguration und es fasst schon im Titel die Springsteen-Philosophie ganz wunderbar zusammen: Der kleine Mann von der Straße muss hart arbeiten und er träumt von einer besseren Welt. Und manchmal fällt beides zusammen. Dann gibt’s eine neue Springsteen-Platte. Tobias Rapp, taz

Jeden Freitag von 21 bis 23 Uhr

reden vier Popkritiker auf Radioeins über ihre CDs der Woche. Heute:

POP Jimi Tenor

4th Dimension (Groove Attack) Der Master of Fake, dem man früher ironische Distanz zu seiner geschmeidigen Musik für „vor, während und nach dem Sex“ unterstellte, macht ernst: Musik wie ein Labyrinth aus Afro-Beat, Funk und Free Jazz. Man irrt da durch und weint: Jimi Tenor ist weg. Das Album ist wie die 4. Dimension in der Mathematik unserer direkten Erfahrung nicht zugänglich.Vivian Perkovic, Musikjournalistin

POP The Shaky Hands

Lunglight (Coop) In ihrer Heimat Portland, Oregon gelten die fünf Jungs als Lieblinge der College- Rock-Szene. Auf sie kann sich jeder verständigen. Verspielt, roh, nervös und unfertig klingt die Musik ihres zweiten Albums. Indie Total. Aber nicht von der nachdenklicheren Sorte. Immerfort macht es Schrammel, Spratz, Ploing. Unterhaltsam auch, wie hier die alte Indie-Schizophrenie ins Extrem getrieben wird: Schönheit aufzubauen, um sie gleich wieder kaputt zu machen. Kai Müller, Tagesspiegel

POP Franz Ferdinand

Tonight: Franz Ferdinand (Domino) In den drei Jahren, die wir auf diese Platten gewartet haben, ist durchaus einiges passiert auf dem Planeten Indie, nur hat das der Glasgow- Vierer nicht bemerkt. Franz Ferdinand machen da weiter, wo sie 2004 angefangen haben: im Club um die Ecke. Und beschwören den Rausch der Freitagnacht. Kaum mehr. Der Franz-Ferdinand-Funk funktioniert noch immer gut. Wer die klugen Texte des Debüts vermisst, kann bei den Arctic Monkeys nachschlagen. Andreas Müller, Moderator

Außerdem erscheinen heute:

– Telepathe, „Dance Mother“ (rezensiert im Tagesspiegel am 18. 1.)

– Keith Jarrett Trio, „Yesterdays“(ECM)

– Joshua Redman, „Compass“ (Nonesuch)

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