Kultur : SOUNDCHECK

CD-NEUERSCHEINUNGEN

Radio Eins & Tagesspiegel präsentieren:

Jeden Freitag zwischen 21 und 23 Uhr reden vier Popkritiker

auf Radio Eins über ihre CDs der Woche. Heute:

ROCK Chris Cornell Carry On (Universal) Er verfügt über eine dieser selten gewordenen großen, dreckigen Rock-Stimmen, und früher vermochte Chris Cornell sie einer gefährlichen Waffe gleich einzusetzen. Doch auf seiner zweiten Solo-Platte ist dem ehemaligen Soundgarden-Leader entweder die Munition ausgegangen oder das französische Exil drückt aufs Gemüt. Von Carry On keine Spur. Rock, der sich für seine Existenz schämt. Andreas Müller, Moderator

POP Chemical Brothers We are the Night (Virgin)

Wir verbinden alles, was knallt, könnte man das ästhetische Programm des britischen Duos überschreiben, seit es Mitte der Neunziger ein Genre mitbegründete, das sich Big Beat nannte und genauso anhörte. „We Are The Night“ ist ihr sechstes Album, und auch diesmal verbinden sie Elemente von Hiphop und Rave mit Electronica-Schnipseln und einem Gefühl für Funk. Tobias Rapp, taz

POP Ich+ Ich Vom selben Stern (Universal)

Sind sie das Gegenstück zu 2raumwohnung? Annette Humpe macht es ihrer Schwester Inga ebenfalls mit einem Duo nach. An ihrer Seite Sänger Adel Tawil, mit dem sie durch die Weidegründe von Xavier Naidoo zieht und seichte, unverbindliche Popsongs schreibt. „Ich kämpfe gegen die Dämonen“, heißt es einmal. Nie im Leben ist dieser Elektrosoul ein Ventil für irgendwas! Überflüssig. Kai Müller, Tagesspiegel

POP Crowded House Time on Earth (Parlophone)

Comebacks können eine haarige Angelegenheit sein. Hat die Welt nach mehr als zehn Jahren Funkstille auf Crowded House gewartet? Wohl kaum. Umso erfreulicher das Resultat. „Time on Earth“, offensichtlich ohne Leistungsdruck entstanden, erfindet den Pop nicht neu, zeigt aber, das Neil Finn immer noch feine Songs schreibt, die von der Band adäquat umgesetzt werden. Peter Radszuhn, Radio Eins

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