Kultur : SOUNDTRACK

-

I HEART HUCKABEES (Milan/Warner)

Wenn es darum geht, dem Treiben schräger Vögel Töne zu verleihen, ist Jon Brion ein gefragter Spezialist bei USFilmen abseits des Mainstreams. „I Heart Huckabees“ ist nach „Punch-Drunk Love“ und „Vergiss mein nicht“ wieder so eine melancholisch groteske Außenseiterkomödie, für die der Amerikaner einen seiner delikaten Scores geschrieben hat. Während Jason Schwartzman als Sinn suchender Umweltschützer durch eine haarsträubende Handlung taumelt und sich in die Obhut der „existenziellen Detektive“ Dustin Hoffman und Lily Tomlin begibt, leiern Brions leicht verstimmte Spieldosenmelodien dazu wie ein ironischer Kommentar auf der Tonspur. Die Miniaturen aus torkelnden Streichern, asthmatischem Akkordeongeschnaufe, samtigen Bläsersätzen, neckischem Orgeln und dem Gerassel diverser Kleinstinstrumente erzeugen mit ihren aus dem Lot gekippten Arrangements eine unterschwellig surreale Atmosphäre. Zugleich wirken sie so luftig und schwerelos, als wären sie Skizzen von Kinderliedern.

Hohe Kompositionskunst: Man denkt an Van Dyke Parks, Burt Bacharach oder Brian Wilson, auch an das Spätwerk der Beatles. Entzückend das in drei Variationen gebotene Titelthema „Monday“ sowie das Instrumental „True to yourself“. Letzteres klingt mit Maracas, Marimba und Vibrafongeklöppel wie eine Reminiszenz an den Exotica-Touch alter MartinDenny-Platten. Fünf sehr schöne Songs, die nicht im Film auftauchen, sind als Bonus hinzugefügt. Hier wie auch im hymnischen „Knock yourself out“ erweist sich Brion als einfühlsamer Sänger, dessen warme Stimme und gedehnte Phrasierung manchmal an Aimee Mann erinnert, mit der er 1999 beim Soundtrack von „Magnolia“ zusammenarbeitete. wun

0 Kommentare

Neuester Kommentar