Kultur : Spaced out!

"Der Weltraum.Unendliche Weiten.Unsere Mission - neues Leben und unbekannte Zivilisationen zu suchen, die kein Mensch vor uns je gesehen hat ..." Nachdem in der vergangenen Woche das "Space-Dream"-Musical Schiffbruch erlitten hat, wird sich Berlin fragen, wieviel Entdeckergeist es sich leisten kann.Trotz angeblich guter Platzauslastung konnten die anfänglichen Investitionen, die höher ausgefallen waren, als gesund gewesen wäre, von den Betreibern nicht wieder eingespielt werden.Die Firma hatte sich übernommen und mußte auf ein Wunder hoffen.Die dritte Musical-Pleite in Berlin, das einmal als Goldgrube der leichten Unterhaltung hatte gelten sollen, schürt die Befürchtung, Investitionen in Theaterspektakel größeren Stils könnten undankbare Investitionen sein.Die Goldgräber-Stimmung ist abgeklungen.Auch Musical-Tycoon Rolf Deyhle, der angeblich mit "Der Glöckner von Notre Dame" das neue Musicaltheater am Potsdamer Platz eröffnen möchte, soll in finanziellen Nöten stecken. Berlin hat kaum eine Entertainment-Bühne, die nicht mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat.Im Metropol-Theater werden die Versuche, das Haus nach dem Kollo-Fiasko wieder zu öffnen, von den Mitarbeitern erschwert, die ihre Weiterbeschäftigung gerichtlich erstreiten wollen, und vom Sparzwang des Senats belastet.Im Theater des Westens hat der Intendant, Helmut Baumann, seinen Vertrag, der zum 31.Juli ausläuft, bislang nicht verlängern wollen, weil die vom Senat beschlossenen Subventionskürzungen seine Arbeit zu ruinieren drohen.Die Stadt will beide Häuser, aber leisten kann sie sich das nicht.Das Rechenexperiment, die Theater zusammenzufassen, um die Kosten zu halbieren (1 plus 1 gleich 1), ist eine etwas verwegene Antwort auf die Frage, wie man dem kulturellen Überangebot begegnen soll. Die Hoffnung auf bessere Zeiten wird ratlos mit Durchhalteparolen gestützt.Doch "Metaluna 5" antwortet nicht.Die Klingonen sind es jedenfalls nicht gewesen. KM

0 Kommentare

Neuester Kommentar