Kultur : Spaß hoch drei: die Pläne der Komischen Oper

Um die Zahl Drei dreht sich alles in der „Zauberflöte“, dem Überraschungserfolg an der Komischen Oper in dieser Saison. Zusammen mit zwei anderen Publikumshits – Monteverdis „Orfeo“ und Händels „Xerxes“ – sorgte die Stummfilmversion der Mozart-Oper dafür, dass die Auslastung des Musiktheaters seit dem Herbst um fast zehn Prozent auf durchschnittlich 74,5 Prozent gestiegen ist.

Einen Dreiklang hat sich Intendant Barrie Kosky auch für die kommende Spielzeit vorgenommen. Thematische Schwerpunkte setzt er bei der Musik des 20. Jahrhunderts, beim Unterhaltungstheater sowie bei der Oper des 17./18. Jahrhunderts: Benjamin Brittens „Sommernachtstraum“, dirigiert von Kristiina Poska, eröffnet die Saison, Generalmusikdirektor Henrik Nánási bringt Prokofjews „Feurigen Engel“ heraus, Calixto Bieito inszeniert Bernd Alois Zimmermanns „Soldaten“, und als Kinderstück findet auf der großen Bühne die späte Uraufführung eines 1962 entstandenen, aber damals als politische Satire verbotenen Singspiels über „Des Kaisers neue Kleider“ des Tschechen Miloš Vacek statt.

Regisseur Alvis Hermanis setzt den Mozart-Zyklus der Komischen Oper mit „Così fan tutte“ fort (es dirigiert Nánási), bevor 2015 dann Herbert Fritsch den „Don Giovanni“ in die Finger bekommt. In französischer Sprache kommt als Übernahme von der English National Opera Barrie Koskys Produktion von Jean-Philippe Rameaus „Castor et Pollux“ nach Berlin. Der Hausherr wird außerdem die „West Side Story“ inszenieren – und zwar nicht in der personalreduzierten Version, wie man sie am Broadway vorgesetzt bekommt, sondern mit vollem Orchester und 40 Mitwirkenden auf der Bühne, wie er am Donnerstag bei der Saison-Pressekonferenz betont. Um einen weiteren flotten Dreier geht es schließlich, wenn die Geschwister Pfister mit Nico Dostals Revueoperette „Clivia“ an der Komischen Oper debütieren. F. H.

0 Kommentare

Neuester Kommentar