• SPD-Abweichler: Er kann auch anders. SPD-Fraktionschef Struck wird sich die Nein-Stimmen merken

Kultur : SPD-Abweichler: Er kann auch anders. SPD-Fraktionschef Struck wird sich die Nein-Stimmen merken

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Er wirkt nur cool: Peter Struck, 58, ist beileibe nicht leidenschaftslos. Öffentlich würde er aber lieber implodieren, ob vor Freude oder vor Zorn, als einen tiefen Einblick in seine momentane Seelenlage zuzulassen. Die Wahl zum Fraktionschef der SPD nahm er diesem Bild entsprechend lässig auf, die Zahl der Abweichler beim Mazedonien-Einsatz jetzt auch. Nur wird er sich jeden Namen, 19 sind es, gemerkt haben - es sind 19 gegen seine Autorität. Und Struck kann übel nehmen, kann nachtragend sein.

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Acht Jahre war er Fraktionsgeschäftsführer, zuständig für Disziplin, Koordination, Logistik. Ein Allrounder mit dem Fachgebiet Finanzen und Haushalt. Das klingt irgendwie schon nach Chef, aber Struck hatte diese über sich: Hans-Jochen Vogel, Hans-Ulrich Klose, Rudolf Scharping. Sie waren eine harte Schule, eine gute Anschauung. Denn was formal wirkt wie ein kleiner Schritt, von der Nummer zwei zur Nummer eins in der Fraktion, ist inhaltlich doch ein großer.

Anfangs sollte er es ja gar nicht werden. Da sollte, wollte es doch wieder Scharping sein. Der aber musste zur Bundeswehr, Oskar Lafontaine mochte nicht, Struck blieb übrig. Er hat sich die Führung gesichert, harten ersten Urteilen standgehalten. Ein Repräsentant des Kartells der Mittelmäßigkeit sei Struck - ein alter Spruch von Gerhard Schröder. Dass er nicht mal seinen Wahlkreis Uelzen gewinnen könne. Inzwischen ist es so: Peter Struck hat Uelzen gewonnen. Und nicht nur der Kanzler ist in seinem Urteil vorsichtiger geworden.

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