SPIEL Sachen : Explodierende Gurken

Christine Wahl über ein spektakuläres Tanzfestival für Kinder

Christine Wahl

Das Kinder- und Jugendtheater an der Parkaue ist dafür bekannt, den Zuschauernachwuchs mit verschiedenen Ästhetiken vertraut zu machen: Hier steht der „Räuber Hotzenplotz“ als schräge Performance neben Hans-Werner Kroesingers anspruchsvollem Dokumentartheater. Jetzt hat sich das Berliner Haus mit dem Kultursekretariat Nordrhein-Westfalen zusammengetan, um in beiden Ländern ein internationales Tanzfestival auf die Beine zu stellen. Unter dem Titel Tanz Hoch Drei ist das Programm allein am Wochenende geradezu erschlagend: Wissbegierige ab fünf werden etwa in der niederländischen Produktion „Murph!“ (28.9., 16 Uhr) endlich erfahren, warum man immer, wenn etwas schief gegangen ist, von „Murphys Gesetz“ spricht. Gleich drei „Murphs“ stiften Unruhe: Der Staubsauger schlingt sich erbarmungslos um den Hals eines unschuldigen Mieters, und die Waschmaschine hebt ab.

Einen Tag später entführen die Portugiesin Claudia de Serpa Soares und der Australier Grayson Millwood, die man aus den Arbeiten von Sasha Waltz kennt, Zuschauer ab acht unter dem Motto „Edgar“ (29.9., 10 Uhr) in eine Märchenwelt: Alles beginnt mit einem dicken Mann mit Vorliebe für saure Gurken und einem übernatürlichen Arm- und Beinwachstum. Bis am Ende schließlich der doppelte Edgar und ein Varietéprogramm stehen, zu dessen Höhepunkten die Nummer mit den explodierenden Sauergurken gehört.

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