SPIEL Sachen : Fahrstuhl in den Himmel

Christine Wahl freut sich auf ein Gipfeltrefen von Kunst und Theater

Christine Wahl

Die Liaison zwischen bildender Kunst und Theater ist nicht neu. Aber vom Festivalprogramm, das das Hebbel am Ufer unter dem Motto Fressen oder Fliegen – Art into Theatre – Theatre into Art (1. bis 16.11.) stemmt, darf man sich durchaus neue Einsichten versprechen.

Die HAU-Crew hat hochkarätige bildende Künstler und Theatermacher eingeladen, in ihren drei Häusern zu arbeiten. Und natürlich wird diese kreative Grenzüberschreitung nicht nur praktiziert, sondern – wie immer im HAU – auch hellsichtig diskutiert. Christoph Schlingensief beispielsweise zeigt im HAU 2 durchgängig seine auf 9/11 ebenso wie auf Elemente aus dem afrikanischen Schamanentum oder den „Nibelungen“-Bösewicht Hagen von Tronje rekurrierende Installation „The African Twintowers – Stairlift to Heaven“.

Am Samstag stellt er sich im HAU 2 Hans Ulrich Obrists von 20 bis 2 Uhr anberaumtem „Marathon-Talk“, in dem außerdem Künstler wie Olafur Eliasson oder Harun Farocki jeweils 45 Minuten lang zu Wort kommen sollen. HAU-nahe Theaterkünstler wie Rimini Protokoll oder Tim Etchells, der Kopf der britischen Theatertruppe Forced Entertainment, sind während der gesamten Festivalzeit mit Installationen vertreten. Etchells Projekt „Art Flavours“ schafft erstaunliche Verbindungen zwischen linguistischen Strukturen, kulturellen Codes und einem gegenständlichen Eiscremeverkäufer. Und Rimini Protokoll dokumentiert ein komplexes Bundestags-Dokutheater-Projekt von 2002 und ermöglicht dem mündigen Bürger via „E-Learning“ das Mitsprechen aktueller Tagespolitik.

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