SPIEL Sachen : Helena und ihre Alltagssorgen

von

Schwer vorstellbar, dass es auch nur einen einzigen Menschen in Berlin gibt, an dem die Klischeebildung des Prenzlauer Berges vorbei gegangen ist. Dennoch hat die Stammzellformation unter Tom van Hasselts Federführung für diesen unwahrscheinlichen Fall vorgebaut und all die Latte-Macchiato-Muttis, Marken-Sandkastenschäufelchen und Designerkinderwagen, die den Bezirk seit Jahren in Verruf bringen, zu einem „Prenzlbergical“ verrührt. Im Maschinenhaus der Kulturbrauerei leidet Helena, Angestellte einer In-Location, ab Dienstag (4.5., 20 Uhr) unter dem Motto Mamma Macchiato nachhaltig unter den Frauen, die sich „Bauch an Buggy durch die Straßen des Szenekiezes shoppen“. Bio-Wahn, teure Kaffeemaschinen, Milch-Engpässe in den örtlichen Ökoläden, unfeine alternative Beschaffungsmethoden sowie der Ladenbesitzer Thomas und seine Schwester Simone spielen die tragenden Rollen des Abends. Und falls die Zielgruppe neben Kaffee und dem korrekten Markenstrampler für Paul-Alexander tatsächlich auch ein paar ernsthafte Probleme haben sollte, kann sie gleich am darauf folgenden Tag zum künstlerischen Aufbaukurs nach Lichtenberg joggen: ins Theater an der Parkaue. Dort heißt es nämlich angesichts der Tatsache, dass ein Schulkind permanent die alterstypische Normalgeschwindigkeit unterschreitet, unmissverständlich: „Bettina bummelt“ (5.5., 10 Uhr & 6.5., 10/14 Uhr). Die Berliner Compagnie Two Fish untersucht in ihrem Tanzstück für Kinder ab fünf die Körpersprache von Müttern und Töchtern sowie dieFrage nach der eigenen (Lebens-)Geschwindigkeit – sicher auch beim Buggy-Schieben.

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben