SPIEL Sachen : Mielke muss sterben

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Im Stripclub „Private Dancers“ wird die Leiche des Waschmaschinenherstellers Mielke aufgefunden, ein klarer Fall für die Drei Engel für Wedding. Das kiezeigene Ermittlerinnenteam Susi, Grazia und Lena muss sich in die Bresche werfen, weil der verantwortliche Polizeibeamte Hermann Schneider bereits auf den ersten Metern versagt. Die Spur führt zu einem religiösen Fanatiker, der sämtliche Frauen der Welt zu Hausfrauen degradieren will. Die Weddinger Engel verhindern in letzter Sekunde einen Mord an einem Spülmittelchef und lernen am Tatort bei der Domina und Frauenbeauftragten Chantalle Striplektionen für Job und Leben.

Das Weddinger Primetimetheater (Müllerstr. 163), 2003 von Constanze Behrends Tautorat und Oliver Tautorat gegründet, trägt gern dick auf. Seit jeher greift die Truppe so kräftig wie möglich in sämtliche Klischeetöpfe, und wenn man denkt, tiefer geht’s wirklich nicht mehr, wird die Schraube garantiert noch drei Windungen weitergedreht. Was dabei herauskommt, ist Kieztheater vom Feinsten, Trashigsten und Lustigsten. Was sicher auch daran liegt, dass das Gründungsduo genau weiß, wovon es spricht (und spielt). Die Tautorats wohnen selbst im viel zitierten Problembezirk und schöpfen die Inspiration für ihre Produktionen sozusagen direkt vor der Haustür ab. Dabei schrecken sie auch vor kanonisierter Theaterhochkultur nicht zurück. Das Primetimetheater hat längst bewiesen, dass sich nicht nur Fernsehserienklassiker wie „Drei Engel für Charlie“ für dramatische Lokalparodien eignen, sondern auch Shakespeares „Sommernachtstraum“.

Am bekanntesten ist das Team aber für seine Soap „Gutes Wedding, schlechtes Wedding“, kurz: „GWSW“. Sobald die „Drei Engel für Wedding“ (heute bis Sonntag, jeweils 20.15 Uhr) ihre Ermittlungen abgeschlossen haben, steht eine frische Seifen-Folge ins Haus (ab 3. September).

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