SPIEL Sachen : Auge, Stern und Rummelplatz

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Im Theater werden ja ganz gern mal tiefsinnige Fragen gestellt. „Wie hast du’s mit der Religion?“, will Gretchen bekanntlich bis heute mit ernster Miene von Faust wissen. Und der verklemmte Macho Torvald Helmer erkundigt sich bei seiner Gattin sehr finanzkrisenaffin: „Hat mein Vögelchen wieder mit Geld um sich geworfen?“

Die mit Abstand originellste Theaterfrage der Saison aber wird dieser Tage im Theater o. N. verhandelt. Sie lautet: Guten Tag, wo ist mein Fuß? Hinter dem Fragenden verbirgt sich nicht etwa ein Zeitgenosse, der am Vorabend zu tief ins Glas geschaut und infolgedessen Sehschärfe- bzw. Gliedmaßen-Koordinationsprobleme bekommen hat. Sondern das kleine Prenzlauer-Berg-Theater veranstaltet unter der besagten Fragestellung einen „Theaterrummel nach Bildern von Joan Miró“ für Kinder ab vier Jahren (Sa/So, 16 Uhr). Zum Einsatz kommen neben der bildenden Kunst und dem Schauspiel auch Tanz- und Objekttheater: En passant bekommt der Zuschauernachwuchs also einen Crashkurs in Sachen Genres und moderner Ästhetiken. Die Schauspielerin Martina Couturier und die Tänzerin Jule Oeft lassen in der Regie von Heiki Ikkola versprochenermaßen einen Mond zum Bauch mutieren, ein Auge zum Stern und ein Pendel zur Tänzerin. „Wie auf einem Rummelplatz kommt alles in Bewegung: Karussellfahrten, Versteckspiele und Schiffsschaukeln befreien die Figuren, Zeichen und Linien aus Mirós Bildern. Sie beginnen zu sprechen, zu laufen und erzählen skurrile, stille und erstaunliche Geschichten“, versprechen die Theatermacher.

Eine wesentlich gegenständlichere, aber nicht minder theatertaugliche Frage stellten sich die Schülerinnen und Schüler der Erika-Mann-Grundschule, die jetzt unter dem Motto „Kinder spielen für Kinder“ in der Schaubude auftreten. Nämlich: Warum und wann bin ich eigentlich ängstlich? In Angst (So 11/13/15 Uhr, Mo-Mi 10 Uhr) kommt der komplette Furcht- und Schreckenskatalog für Zuschauer ab fünf zur Sprache.

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