SPIEL Sachen : Außer Kontrolle

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Während im Erwachsenentheater langsam die Sommerfrischler mobil machen und die Open-Air-Saison beginnt, wird auf den Kinder- und Jugendbühnen noch richtig geackert. Zumindest an der Parkaue. Denn dort sind dramatische Nachwuchsfans ab zehn Jahren herzlich eingeladen, kurz vor der Sommerpause noch mal ordentlich ihre Englischkenntnisse aufzufrischen.

Die gute Nachricht allerdings lautet: So hehre pädagogische Ziele die Vorstellung „Is There Anybody Out There?“ (heute, 10 Uhr) in puncto Fremdsprachenerwerb auch verfolgen mag – sie macht dabei unglaublichen Spaß. Denn Stefan Faupel und Tim Blue haben nach ihrem Erfolg mit „Dr. Seuss’ ABC“ nicht nur erneut eine aufregende Science-Fiction-Story erdacht, sondern werfen vom klassischen Theater über handverlesenen Elektropop bis zur Videokunst auch sämtliche Genres in den Ring.

Alles beginnt mit der Landung zweier, von den Regisseuren gespielter Aliens in weißen Latexkostümen, die Schwierigkeiten haben, ihre eigene Realität mit der des Parkauen-Publikums zu synchronisieren. Die Kontaktaufnahme gestaltet sich umso abenteuerlicher, weil der Zentralrechner außer Kontrolle geraten ist und eine anspruchsvolle Reparaturmission – selbstredend gemeinsam mit den „Erdlingen“ im Parkett – nötig wird.

Einen entscheidenden virtuellen Schritt weiter sind die Kollegen im Ballhaus Ost. Malve Lippmann und Catriona Shaw vom Gooeyteam entdecken dort (heute und morgen, jeweils um 20 Uhr) unter dem Motto „Eur.App“ überraschende Parallelen zwischen Apps und der EU: Beide seien „navigierbare Strukturen, die vorgeben, Prozesse oder Austauschsysteme zu vereinfachen“. Für die Performance soll „beides übereinandergeschoben und eine riesige analoge begehbare Application“ geschaffen werden. Auf dieses Unterfangen dürften nicht nur Smartphone-Freunde gespannt sein.

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