SPIEL Sachen : Die Kidnapper und das Küken

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Im sogenannten Erwachsenentheater gilt das Krimigenre ja als ziemlich abseitiges Spartenprogramm. Angesichts der „Tatort“-Fanklubs, die sich zum sonntäglichen Public ARD-Viewing in Kneipen treffen, ist das möglicherweise ein Fehler. Vielleicht lernt die große Bühne hier ja künftig vom Kinder- und Jugendtheater? So trennscharf, wie man meinen sollte, unterscheiden sich die beiden Segmente ja nun auch in anderen Punkten nicht.

Der Krimi Beschützer der Diebe jedenfalls, den das Theater an der Parkaue für Nachwuchszuschauer ab elf zeigt (Freitag, 10 Uhr) verspricht eine Nähe zur Lebenswelten, von der viele Bühnen nur träumen können. Guddi, Daggs und Olaf, die normalerweise nicht so auf einer Welle liegen, werden gemeinsam Zeugen einer Entführung: Vor ihren Augen wird ein Mann verschleppt – ausgerechnet auf der Museumsinsel. Natürlich überlässt das jugendliche Trio den Fall nicht den Profibehörden, sondern nimmt selbst die Verfolgung auf. Schließlich ist es im Besitz eines phänomenalen Indizes: Der Entführte hatte einen Zettel fallen lassen! Die Verbrecherjagd führt durch alle erdenklichen Berliner Kieze, was die Regisseurin Franziska Ritter mit spannenden Raum- und Videokonzepten inklusive rasanter Schnitte auf die Bühne zu übertragen versteht. Vertiefend bieten die Besucherdienste der Staatlichen Museen unter dem Motto „Tatort Museum“ eine auf die Story abgestimmte Sonderführung durch das Pergamonmuseum für Familien und Schulklassen an (Tel. 266 42 42 42).

Dass der Homo sapiens nicht die einzige Gattung ist, die sich mit kriminellen Widrigkeiten herumschlagen muss, beweist das Puppentheaterstück Der Donnerberg für Kinder von vier bis zehn in der Schaubude (Sa/So, 15 Uhr). Das Adlerküken Nikodemus bekommt es mit außerirdischen Mächten wie der Windhexe zu tun, die es kurzerhand von seinem heimischen Berg pustet. Hilfe kommt ausgerechnet vom Angsthasen Nimmernich.

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