SPIEL Sachen : Die Liebe und ihre Lieder

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„Mit sieben Jahren schwor ich, niemals zu lieben. Mit achtzehn tat ich es trotzdem. Es war genauso schlimm, wie ich befürchtet hatte.“ Dieser identifikationstaugliche Satz entstammt Karen Duves Roman Dies ist kein Liebeslied. Die Regisseurin Wenke Hardt hat ihn mit ihren Darstellerinnen fürs Theater unterm Dach dramatisiert (am heutigen Freitag, 20 Uhr).

Obwohl Duve wunderbar sarkastische Blicke auf die Welt wirft, handelt es sich allerdings um ein Theaterangebot für Nostalgiker. Denn „Dies ist kein Liebeslied“ – vor zehn Jahren erschienen – spielt in jener vergangenen Epoche, als man sich als Liebesbeweis gegenseitig Musikkassetten aufnahm. Mit sechs dieser Antiquitäten im Gepäck – bespielt von sechs unterschiedlichen Jungs in verschiedenen Lebensphasen – bricht die Protagonistin Anne nach London auf, um endlich mit ihrer Jugendliebe Peter abzuschließen. Auch die Gewichtsprobleme der jungen Frau, die auf ihrer Reise sämtliche anderen gescheiterten Liaisons Revue passieren lässt, dürften in Zeiten der mäßigungsbewussten Modelmutti Heidi Klum nachgerade sentimentale Gefühle auslösen.

Wenke Hardt verteilt Annes Story, die vom spießigen Elternhaus über Demütigungen beim Schulsport bis zum ersten Job in der Hundeleinenfabrik und zum zweiten als Taxifahrerin reicht, auf vier Schultern: Die Schauspielerinnen Daniela Holtz und Claudia Wiedemer spielen jeweils zwei Varianten der diätversessenen Anne, die ihre Lebensphasen nach erfolgreichen Gewichtsverlusten sortiert, dabei in passenden pinkrosa Freizeitanzügen.

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